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INFORUM: Ausgabe 2/2004Durchhalten lohnt sich
Doch leider wechselte das Gesundheitsamt, bevor die Ärztin das Gutachten erstellte, unter das „Dach“ des Landratsamtes. Und schon fiel das Gutachten weitaus negativer aus, als zunächst angekündigt... Was Erika Michels durchleben und – ohne pathetisch zu werden – durchleiden musste, kann nicht in einem einzigen Bericht beschrieben werden. Da sich ihr Gesundheitszustand sowohl hinsichtlich der rheumatischen Erkrankung, als auch einer chronischen Darmerkrankung immer mehr verschlechterte, musste Erika Michels im Laufe der Zeit ihren Antrag auf eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung ausdehnen. Seit einigen Monaten muss sie wegen einer zusätzlichen Nierenerkrankung dreimal wöchentlich zur Dialyse. Außerdem wurden ihr im Mai dieses Jahres bei einer Operation drei Liter Eiter aus dem rechten Bein und zusätzlich das durch den Eiter „zerfressene“ Hüftgelenk entfernt. Wie viele der gesundheitlichen Verschlechterungen auf der permanenten Unterversorgung beruhen, kann nur gemutmaßt werden, denn die Behörde bewilligte ihr nur sieben Stunden täglich, die sie so aufteilen sollte, dass damit der 24-Stunden-Bedarf abgedeckt sei. Und immer wieder stand die Drohung „Heim“ im Raum. Ein sehr guter Rechtsanwalt, die Unterstützung durch ForseA und das Zentrum für selbstbestimmtes Leben in Mainz sowie mehrere Einstweilige Verfügungen und das Einschalten des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums waren letztendlich notwendig, bis die Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger plus dem rheinland-pfälzischen Persönlichen Budget endlich gesichert war. Erika Michels ist glücklich darüber, nicht aufgegeben zu
haben, denn ein Leben in einem Heim, rausgerissen aus ihrem Haus und
ihrem sozialen Umfeld, konnte sie sich nicht vorstellen. „Obwohl
es eine sehr schwere Zeit war, die an meinen Kräften gezehrt hat,
bin ich froh, dass ich es durchgestanden habe. Ein Leben in den eigenen
vier Wänden ist durch nichts zu ersetzen. Ich kann allen in ähnlicher
Situation raten nicht aufzugeben und sich die notwendige Unterstützung
zu holen, denn das Ziel ist es wert. Ich bin allen unendlich dankbar,
die mich auf diesem schweren Weg unterstützt haben und mir immer
wieder Mut gaben nicht aufzugeben“. | Letzte Seite | Zum Textanfang | |
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