Ein
Pflegeheim kommt für mich nicht in Betracht
Isolde Hauschild, Leipzig
Ich unterstütze die Kampagne „Marsch aus den Institutionen
– Reißt die Mauern nieder“, weil es für mich
persönlich unvorstellbar ist, in einer stationären Einrichtung
zu leben. Jeder Mensch mit Behinderung soll die Möglichkeit haben,
ein selbstbestimmtes Leben entsprechend seinen Bedürfnissen und
Vorstellungen zu führen.
Aufgrund einer fortschreitenden Muskelerkrankung benötige ich rund
um die Uhr Assistenz. Seit fast 5 Jahren lebe ich mit persönlicher
Assistenz in einer eigenen Wohnung. Vorher wurde mein Hilfebedarf durch
einen ambulanten Pflegedienst und zum überwiegenden Teil durch
meine, schon ältere, Mutter gesichert. Damals stieß ich an
die Grenzen des Möglichen. Festgelegte, enge Strukturen des Pflegedienstes
und die ständige Überlastung meiner Mutter waren der Alltag.
Ich wusste, dass ich reagieren muss, bevor es zu spät ist: Denn
eine Unterbringung in einem Pflegeheim kam und kommt für mich nie
in Betracht. Das würde die Aufgabe meines Lebens bedeuten. Ich
entschied mich für die Persönliche Assistenz und kann jetzt
ein selbstbestimmtes Leben nach meinen Vorstellungen führen. Dabei
ist „Selbstbestimmung“ im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen.
Mit Hilfe der Assistenz kann ich meine persönlichen Angelegenheiten
selbst regeln und meine Termine selbst wahrnehmen; kann entscheiden,
welches Personal ich einstelle; kann entscheiden, was ich anziehe, esse,
wo ich hin gehe ...
Anmerkung ForseA: Die
ausführliche Geschichte der Hauschild-Schwestern finden Sie
ebenfalls auf unseren Internetseiten
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