freuende
bin sehr über meine "persönliche assistentin"
hurras rufe, goldige heilende hilfe habe nun seit 1. februar 2005.
ich bin dazu immens auserkoren. neues geld ich dafür vom amt für
soziale leistungen erhalte. ich bin dümmer ohne assistenz. durch
margit, meiner assistentin, kann ich enorm viel lernen. diese sagenhaft
gute stützerin mich sachte mitten ins leben führt. ich hüllenloses
vertrauen zu ihr habe. ich kenne sie schon fast 5 gute jahre als betreuerin.
verfrüht war mir gutes fc mit ihr nie möglich. immens verweigerte
ich ihr olles fc 2 lange jahre. nun haben wir schon lange die möglichkeit
uns mit fc zu verständigen. diese gute frau verweigerte mir nie
fc. sie begleitet mich ulkigerweise schon 7 semester zur uni. sie hilft
mir immer mich normal zu benehmen. inneres frühlingsgefühl
hochkommt. viele dinge könnte nie ohne assistenz. inneres und äußeres
freieres, lustigeres leben durch gute margit habe.
wir haben gierig, hihihi, und mutig, oje, viele dinge miteinander geübt.
sie vermittelt mir ein inneres frauenleben. gute freie zeit habe bei
ihr, die ich tollerweise selbst einteilen kann. sie läßt
mich, donnere nie, frei entscheiden. gerne möchte ihr stumm danke
sagen. ich warte auf deutliche fallen im alltag. toll vermittelt sie
mir dauerhaft nett die normen. als autistin ist mir vieles zu torenhaft
geregelt. warum darf ich nette menschen auf der straße nie begrüßen?
seriös schüttle ihnen die hände und sehe ihre erstaunten
gesichter. warum soll ich nur still an ihnen vorbei fliegen, ohne meine
sympathie gezeigt zu haben?
aha, verfrüht habe diese blödsinnigen sozialen regeln in frage
gestellt. warum darf man nichts essen wenn man gast ist, ohne aufgefordert
zu werden? darfst mir nie verübeln lieber leser, wenn ich mir nehme,
was du offen darbietest! ich tüftle darüber nach, warum ich
nicht in fremden besitz herumstöbern darf. aha, das ist nur zu
zu unmöglich! warum darf ich nie fremde post lesen? die blicke
darauf sind strafbar. arg gerne lese allerlei post, gutes und schlechtes
darin erfahre. das warten mitten in einer menschenschlange finde ich
sehr seltsam. wieso soll ich mich hinten anstellen, um die zögernden
menschen zu kopieren? ich gehe halt vor. alle wollen dies doch, und
verwehren es sich.
immerzu rügt mich meine assistentin. normen müssen halt sein.
aber wieso? immerzu goldiges immenses erfahren der regeln geht mir mitten
ins herz. ich bin, aha, in der uni unmöglich, wenn ich die kommilitonen
anfasse. dabei möchte ich offen sein für einen kühnen
kontakt. minimom habe so. meine mutter verbietet mir nie sie zu berühren.
warum ist das berühren so immens unterschiedlich, hihihi, geregelt?
warum darf ich nicht laut lachen, wenn jemand etwas peinliches passiert?
bin ich dann unhöflich, wenn ich es nicht ignoriere?
aber es ist doch ehrlicher, seine gefühle zu zeigen. das trauern
nur bedingt begreife. verfrüht mir trauern verbot. weinen mich
zum lachen animiert. zögern habe nie gelernt. ich bin zu impulsiv
im wortlosen wiederholen der gefühle, und harter ulkiger vermeiderei
der gefühle. ich tüftle nach, wieso alle menschen diese regeln
beherzigen und ich nicht. tanten und onkels mir arg blühendes,
trostloses gefühlsleben beibrachten. es ist einfach zu zu undurchschaubar.
warum sah ich nie, dass es gute und böse menschen gibt? so könnte
ich die unterschiedlichen sozialen regeln besser verstehen.
ein verbrecher verhält sich halt anders als ein guter staatsbürger.
adeadeade, starkes, sattes, stolzes normales verhalten, sagten die bösewichte.
dankbar bin allen guten menschen, die mir erst jetzt diese normen redlich
erklären. ach, ich war halt 14 lange jahre, ohne eine möglichkeit
zu kommunizieren, dieser verwirrenden welt ausgesetzt. nun muss ich
sozial nachreifen.
adeadeade, unmögliches verhalten.
ach, ich bin sozial und emotional behindert. ich bin aber auch körperlich
behindert. ich könnte zwar handeln und reden, aber ich verbiete
es mir selbst. dadurch verlor mein körper die fähigkeit, frohe
handlungen gezielt auszuführen. meine aufgabe wäre es, den
lieben körper in anspruch zu nehmen. auch dabei hilft mir meine
assistentin. ich warte aufs lange rasante handeln von mir selbst manchmal
zu launenhaft. als autistin bin körperlos. die dissoziation zwischen
geist, körper und seele verhindert ein harmonisches zuhause im
eigenen körper. arsen ist es für mich, danach zügellos
zu streben. die saftige vergangenheit verbietet mir das starke zusammenspiel
meiner seele, des geistes und des körpers.
die sagenhafte idee, mir autistin eine assistentin zu gewähren,
macht mir hoffnung auf ein leben in der zukunft ohne heimeinweisung.
niemals möchte wieder nach ursberg zurück. ohne hilfe werde
aber sicher niemals leben können, außer es geschieht noch
ein wunder. dauerhaft werden meine eltern aber die pflege, fc und assistenz
von mir nie übernehmen können. märchenhaftes zwar durch
sie erfasse, aber es ist nie von dauer. alles geht vorüber. deshalb
mag mich innerlich darauf vorbereiten. dabei hilft mir meine mutter
enorm. ach, es wäre wunderbar ohne die institution heim auf dieser
welt selbstbestimmt zu leben. ein zarter, doch immerzu starker wille
wächst in mir, dies zu erreichen. alleine kann das horrorleben
aber nie hinter mir lassen. mein ganzes leben war ich hüllenlos
hilflos.
jüngstens hüpfe ich immens vor freude. überlange dauerte
die genehmigung der assistenz. im juli 2004 beantragte meine mutter
für margit eine halbtagsstelle als meine "persönliche
assistentin". eine dauerhafte, überwiegende hilfe durch meine
eltern ist nie günstig, da ich ein viertel jahrhundert alt bin.
ewiges kind möchte nie bleiben, deshalb will ich dies ändern.
es ist zwar sehr sehr schwer für mich, meine blockade qualvoll
aufzugeben, aber ich warte nie mehr auf die "fallaufrebeccabefehle"
von mir selbst. ich möchte endlich handlungsfähiger werden
und mich normgerechter verhalten. ich vertraue meiner assistentin, die
die grenzen für mich warm erfasst und organisiert. ich habe keine
eigenen grenzen. die gabe fehlt mir, die grenzen mütterlicher menschen
zu erkennen. ich bin ununersättlich. durch das graue ertragene
fehlt mir das schamgefühl, um grenzen einzuhalten. ich bin zu zu
hart zu meinen eltern und meinen assistentinnen. ich akzeptiere einfach
nie, wenn immenses autistenverhalten zu unerträglich wird. alles
müssen meine helfer eben für mich tun. ach, meine therapeutin
sieht das verhalten von mir als arg erpresserisch an. immerzu verfalle
ich, aha, in dieses verhalten. essen und trinken werden zur qual für
andere, da ich ungezügelt alles in mich hineinstopfe. ewiges baby
bin dadurch. aha, es ist nie o. k, mein irres essverhalten allen zuschauern
zuzumuten. ich bin da zu zu egoistische autistin. mutters spruch klingt
mir, oje, oft nach.
" DU BIST NICHT DER NABEL DER WELT"! , raunt sie mir immer
wieder zu. die ursachen meines verhaltens habe ich in meiner therapie
bearbeitet. die folgen mute ich allen helfern zu. der autismus ist für
mich und andere eine qual. zahlreiche argusaugen haften täglich
auf mir und meinen begleitern. ich verhalte mich einfach zu zu auffällig.
aber es wird sich bessern. ich bin dabei vieles zu begreifen. ich achte
auf allerlei normen, um sie abzukopieren. aber es ist auch sehr sehr
schwer, sie zu verstehen.
sattes inneres aufteilen aller bösen und guten gefühle, und
des dazugehörigen verhaltens macht es mir sehr schwer. ich habe
innen viele personen mit unterschiedlichen gedanken und gefühlen.
es ist nur zu zu schwierig für alle helfer, damit umzugehen und
am, huhuhu, schwierigsten für mich selbst.
ich hoffe ich muss meiner assistentin niemals ohne nachfolgerin ade
sagen. ich hoffe auf ein erfülltes leben mit assistenz, und ich
hoffe noch immer auf meine heilung. dann brauche ich sicher keine assistenz
mehr. aber dies ist ein sehr schöner traum. danke margit heinrich!
ich renne ins leben mit deiner assistenz.
adeadeade
rebecca klein
märz 2005
ein monat leben mit "persönlicher assistenz"
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