Bundesverband
Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V.
Position: Projekte > 2004 Marsch

Marsch aus den Institutionen:
Reißt die Mauern nieder!

Rebecca Kleinfreuende bin sehr über meine "persönliche assistentin"

hurras rufe, goldige heilende hilfe habe nun seit 1. februar 2005. ich bin dazu immens auserkoren. neues geld ich dafür vom amt für soziale leistungen erhalte. ich bin dümmer ohne assistenz. durch margit, meiner assistentin, kann ich enorm viel lernen. diese sagenhaft gute stützerin mich sachte mitten ins leben führt. ich hüllenloses vertrauen zu ihr habe. ich kenne sie schon fast 5 gute jahre als betreuerin. verfrüht war mir gutes fc mit ihr nie möglich. immens verweigerte ich ihr olles fc 2 lange jahre. nun haben wir schon lange die möglichkeit uns mit fc zu verständigen. diese gute frau verweigerte mir nie fc. sie begleitet mich ulkigerweise schon 7 semester zur uni. sie hilft mir immer mich normal zu benehmen. inneres frühlingsgefühl hochkommt. viele dinge könnte nie ohne assistenz. inneres und äußeres freieres, lustigeres leben durch gute margit habe.

wir haben gierig, hihihi, und mutig, oje, viele dinge miteinander geübt. sie vermittelt mir ein inneres frauenleben. gute freie zeit habe bei ihr, die ich tollerweise selbst einteilen kann. sie läßt mich, donnere nie, frei entscheiden. gerne möchte ihr stumm danke sagen. ich warte auf deutliche fallen im alltag. toll vermittelt sie mir dauerhaft nett die normen. als autistin ist mir vieles zu torenhaft geregelt. warum darf ich nette menschen auf der straße nie begrüßen? seriös schüttle ihnen die hände und sehe ihre erstaunten gesichter. warum soll ich nur still an ihnen vorbei fliegen, ohne meine sympathie gezeigt zu haben?

aha, verfrüht habe diese blödsinnigen sozialen regeln in frage gestellt. warum darf man nichts essen wenn man gast ist, ohne aufgefordert zu werden? darfst mir nie verübeln lieber leser, wenn ich mir nehme, was du offen darbietest! ich tüftle darüber nach, warum ich nicht in fremden besitz herumstöbern darf. aha, das ist nur zu zu unmöglich! warum darf ich nie fremde post lesen? die blicke darauf sind strafbar. arg gerne lese allerlei post, gutes und schlechtes darin erfahre. das warten mitten in einer menschenschlange finde ich sehr seltsam. wieso soll ich mich hinten anstellen, um die zögernden menschen zu kopieren? ich gehe halt vor. alle wollen dies doch, und verwehren es sich.

immerzu rügt mich meine assistentin. normen müssen halt sein. aber wieso? immerzu goldiges immenses erfahren der regeln geht mir mitten ins herz. ich bin, aha, in der uni unmöglich, wenn ich die kommilitonen anfasse. dabei möchte ich offen sein für einen kühnen kontakt. minimom habe so. meine mutter verbietet mir nie sie zu berühren. warum ist das berühren so immens unterschiedlich, hihihi, geregelt? warum darf ich nicht laut lachen, wenn jemand etwas peinliches passiert? bin ich dann unhöflich, wenn ich es nicht ignoriere?

aber es ist doch ehrlicher, seine gefühle zu zeigen. das trauern nur bedingt begreife. verfrüht mir trauern verbot. weinen mich zum lachen animiert. zögern habe nie gelernt. ich bin zu impulsiv im wortlosen wiederholen der gefühle, und harter ulkiger vermeiderei der gefühle. ich tüftle nach, wieso alle menschen diese regeln beherzigen und ich nicht. tanten und onkels mir arg blühendes, trostloses gefühlsleben beibrachten. es ist einfach zu zu undurchschaubar. warum sah ich nie, dass es gute und böse menschen gibt? so könnte ich die unterschiedlichen sozialen regeln besser verstehen.

ein verbrecher verhält sich halt anders als ein guter staatsbürger. adeadeade, starkes, sattes, stolzes normales verhalten, sagten die bösewichte. dankbar bin allen guten menschen, die mir erst jetzt diese normen redlich erklären. ach, ich war halt 14 lange jahre, ohne eine möglichkeit zu kommunizieren, dieser verwirrenden welt ausgesetzt. nun muss ich sozial nachreifen.

adeadeade, unmögliches verhalten.

ach, ich bin sozial und emotional behindert. ich bin aber auch körperlich behindert. ich könnte zwar handeln und reden, aber ich verbiete es mir selbst. dadurch verlor mein körper die fähigkeit, frohe handlungen gezielt auszuführen. meine aufgabe wäre es, den lieben körper in anspruch zu nehmen. auch dabei hilft mir meine assistentin. ich warte aufs lange rasante handeln von mir selbst manchmal zu launenhaft. als autistin bin körperlos. die dissoziation zwischen geist, körper und seele verhindert ein harmonisches zuhause im eigenen körper. arsen ist es für mich, danach zügellos zu streben. die saftige vergangenheit verbietet mir das starke zusammenspiel meiner seele, des geistes und des körpers.

die sagenhafte idee, mir autistin eine assistentin zu gewähren, macht mir hoffnung auf ein leben in der zukunft ohne heimeinweisung. niemals möchte wieder nach ursberg zurück. ohne hilfe werde aber sicher niemals leben können, außer es geschieht noch ein wunder. dauerhaft werden meine eltern aber die pflege, fc und assistenz von mir nie übernehmen können. märchenhaftes zwar durch sie erfasse, aber es ist nie von dauer. alles geht vorüber. deshalb mag mich innerlich darauf vorbereiten. dabei hilft mir meine mutter enorm. ach, es wäre wunderbar ohne die institution heim auf dieser welt selbstbestimmt zu leben. ein zarter, doch immerzu starker wille wächst in mir, dies zu erreichen. alleine kann das horrorleben aber nie hinter mir lassen. mein ganzes leben war ich hüllenlos hilflos.

jüngstens hüpfe ich immens vor freude. überlange dauerte die genehmigung der assistenz. im juli 2004 beantragte meine mutter für margit eine halbtagsstelle als meine "persönliche assistentin". eine dauerhafte, überwiegende hilfe durch meine eltern ist nie günstig, da ich ein viertel jahrhundert alt bin. ewiges kind möchte nie bleiben, deshalb will ich dies ändern. es ist zwar sehr sehr schwer für mich, meine blockade qualvoll aufzugeben, aber ich warte nie mehr auf die "fallaufrebeccabefehle" von mir selbst. ich möchte endlich handlungsfähiger werden und mich normgerechter verhalten. ich vertraue meiner assistentin, die die grenzen für mich warm erfasst und organisiert. ich habe keine eigenen grenzen. die gabe fehlt mir, die grenzen mütterlicher menschen zu erkennen. ich bin ununersättlich. durch das graue ertragene fehlt mir das schamgefühl, um grenzen einzuhalten. ich bin zu zu hart zu meinen eltern und meinen assistentinnen. ich akzeptiere einfach nie, wenn immenses autistenverhalten zu unerträglich wird. alles müssen meine helfer eben für mich tun. ach, meine therapeutin sieht das verhalten von mir als arg erpresserisch an. immerzu verfalle ich, aha, in dieses verhalten. essen und trinken werden zur qual für andere, da ich ungezügelt alles in mich hineinstopfe. ewiges baby bin dadurch. aha, es ist nie o. k, mein irres essverhalten allen zuschauern zuzumuten. ich bin da zu zu egoistische autistin. mutters spruch klingt mir, oje, oft nach.

" DU BIST NICHT DER NABEL DER WELT"! , raunt sie mir immer wieder zu. die ursachen meines verhaltens habe ich in meiner therapie bearbeitet. die folgen mute ich allen helfern zu. der autismus ist für mich und andere eine qual. zahlreiche argusaugen haften täglich auf mir und meinen begleitern. ich verhalte mich einfach zu zu auffällig. aber es wird sich bessern. ich bin dabei vieles zu begreifen. ich achte auf allerlei normen, um sie abzukopieren. aber es ist auch sehr sehr schwer, sie zu verstehen.

sattes inneres aufteilen aller bösen und guten gefühle, und des dazugehörigen verhaltens macht es mir sehr schwer. ich habe innen viele personen mit unterschiedlichen gedanken und gefühlen. es ist nur zu zu schwierig für alle helfer, damit umzugehen und am, huhuhu, schwierigsten für mich selbst.

ich hoffe ich muss meiner assistentin niemals ohne nachfolgerin ade sagen. ich hoffe auf ein erfülltes leben mit assistenz, und ich hoffe noch immer auf meine heilung. dann brauche ich sicher keine assistenz mehr. aber dies ist ein sehr schöner traum. danke margit heinrich! ich renne ins leben mit deiner assistenz.
adeadeade

rebecca klein
märz 2005
ein monat leben mit "persönlicher assistenz"

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