Bundesverband
Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V.
Position: Projekte > 2004 Marsch

Marsch aus den Institutionen:
Reißt die Mauern nieder!

Aktionen zum Mitmachen
Wir rollen / laufen für die Kampagne

Foto von Horst Frehe, Bremen

Name: Frehe, Horst
Startnummer H35
Platz 86
Verein
Nation GER
Hauptwertung
Altersklasse
Altersklassenplatz
Bruttozeit 2:57:20
Nettozeit 2:57:20
Splitzeiten / split times
5 km 0:20:05
10 km 0:41:16
15 km 1:02:35
20 km 1:23:55
Halbmarathon 1:29:11
25 km 1:47:04
30 km 2:08:10
35 km 2:26:57
40 km 2:47:55

Horst Frehe, Bremen

Nach meinem Unfall war ich gezwungen, fünf Jahre in zwei Rehabilitationszentren zuzubringen, weil es keine anderen betrieblichen Ausbildungen gab und das Studium an einer normalen Fachhochschule nicht finanziert wurde. Dabei wurde ich von Bremen nach Heidelberg verfrachtet, verlor meine Freunde und musste wichtige Jahre meines Lebens in Sondereinrichtungen verbringen. Mir ist damals klar geworden, welche Mängel die stationäre berufliche Rehabilitation in Deutschland mit ihrem Fokus auf die Unterbringung behinderter Menschen in überregionalen Sondereinrichtungen aufweist.

Vor allem ist mir schon damals wichtig geworden, dass ambulante Angebote zur Rehabilitation von behinderten Menschen geschaffen werden. Deshalb engagiere ich mich für die Kampagne "Marsch aus den Institutionen" und mache beim Berlin-Marathon bei den Handbikern mit.

Foto von Hans-Günter Heiden

Name: Heiden, Hans-Günter
Startnummer 9306
Platz 18690
Verein
Nation GER
Hauptwertung Läufer / runner
Altersklasse M50
Altersklassenplatz 1768
Bruttozeit 4:55:14
Nettozeit 4:32:15
Splitzeiten / split times
5 km 0:29:52
10 km 1:00:30
15 km 1:31:20
20 km 2:03:00
Halbmarathon 2:10:08
25 km 2:35:01
30 km 3:08:26
35 km 3:42:08
40 km 4:17:19

Hans-Günter Heiden, Berlin

Als Ex-Sonderschullehrer kann ich mich noch gut daran erinnern, wie ein Schüler bei einer Zeugnisvergabe wutentbrannt seine Benotungen zerriss. Das lag aber nicht etwa daran, dass er schlechte Leistungen aufwies. Nein, aus dem Zeugniskopf ging hervor, dass er an einer Sonderschule war. Dafür schämte er sich und war wütend, weil das gegen seinen Willen geschah und er lieber an einer "normalen" Schule gelernt hätte.

Beim "Marsch aus den Institutionen" laufe ich deshalb dafür, dass alle Kinder dort lernen dürfen, wo sie es möchten und nicht gegen ihren Willen oder den Willen der Eltern in Sondereinrichtungen isoliert werden.

Foto von Dr. Gisela Hermes im Handbike

Name: Hermes, Gisela
Startnummer HF14
Platz 17
Verein bifos e.V.
Nation GER
Hauptwertung
Altersklasse
Altersklassenplatz
Bruttozeit 2:42:03
Nettozeit 2:42:03
Splitzeiten / split times
5 km 0:18:01
10 km 0:36:44
15 km 0:57:11
20 km 1:17:01
Halbmarathon 1:21:57
25 km 1:38:47
30 km 1:58:53
35 km 2:15:41
40 km 2:33:19

Dr. Gisela Hermes, Kassel

In Deutschland werden noch immer neue Großeinrichtungen für Behinderte gebaut, obwohl andere Länder wie beispielsweise Schweden schon längst fortschrittlichere Konzepte geschaffen haben. Dabei haben sie bewiesen, dass alle Menschen - egal mit welcher Behinderung - ein weitgehend selbstbestimmtes und zufriedenes Leben in ihrer eigenen Wohnung oder in einer (betreuten) Wohngemeinschaft mitten in der Gemeinde leben können, wenn man ihnen die benötigte Unterstützung zur Verfügung stellt. Ausgrenzende und entmündigende Großeinrichtungen, wie sie in Deutschland immer noch favorisiert werden, dienen dagegen nur den Betreibern und nicht den behinderten Menschen, um die es ja eigentlich geht.

Aufbauend auf meine Arbeit im Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter – bifos e.V. - möchte ich möglichst vielen Menschen zeigen, wie unmenschlich und fremdbestimmt die Situation behinderter Menschen in Großeinrichtungen ist und – vor allem - welche Alternativen es heute zu solchen Institutionen gibt. Deshalb mache ich beim „Marsch aus den Institutionen“ mit.

Foto von Ottmar Miles-Paul

Name: Miles-Paul, Ottmar
Startnummer 11718
Platz 22339
Verein
Nation GER
Hauptwertung Läufer / runner
Altersklasse M40
Altersklassenplatz 4658
Bruttozeit 5:49:58
Nettozeit 5:26:59
Splitzeiten / split times
5 km 0:32:05
10 km 1:06:33
15 km 1:40:21
20 km 2:16:23
Halbmarathon 2:25:22
25 km 2:55:51
30 km 3:37:51
35 km 4:21:32
40 km 5:06:55

Ottmar Miles-Paul, Kassel

Während meiner Aufenthalte in den USA hatte ich das große Glück eine andere Umgehensweise mit behinderten Menschen erfahren zu dürfen. Dort wurden nicht nur Antidiskriminierungsgesetze für behinderte Menschen geschaffen, sondern auch viele Großeinrichtungen geschlossen. Mittels ambulanter Unterstützungsangebote wurde dort immer wieder bewiesen, dass auch behinderte Menschen mit einem höheren Unterstützungsbedarf sehr wohl in einer eigenen Wohnung oder in kleinen Wohngruppen möglichst selbstbestimmt leben können, wenn sie die nötige Unterstützung dafür bekommen. Wahlfreiheit und Selbstbestimmung muss daher auch hierzulande die Devise für eine zukunftsorientierte Behindertenpolitik lauten.

Mit meiner Mitwirkung am Marsch aus den Institutionen laufe ich beim Berlin-Marathon dafür, dass den über 160.000 behinderten Menschen, die in Deutschland immer noch in Einrichtungen leben müssen, endlich Alternativen für ein würdiges Leben in den eigenen vier Wänden geboten werden. Denn ein Leben in Sondereinrichtungen – nicht selten sogar in Doppel-, Dreibett- oder Vierbettzimmern - bedeutet meist auch erhebliche Einschränkungen für die Individualität, die Intimsphäre und damit auch für die Menschenwürde.

Foto von Heinrich Schaudt, Mannheim

Name: Schaudt, Heinrich
Startnummer H23
Platz 78
Verein Touring wheelers Heidelberg
Nation GER
Hauptwertung
Altersklasse
Altersklassenplatz
Bruttozeit 2:23:14
Nettozeit 2:23:14
Splitzeiten / split times
5 km 0:14:43
10 km 0:30:12
15 km 0:47:10
20 km 1:03:59
Halbmarathon 1:07:53
25 km 1:22:29
30 km 1:40:27
35 km 1:55:53
40 km 2:14:25

Heinrich Schaudt, Mannheim

Ich bin mit meiner Behinderung geboren und habe die typische Behindertenkarriere hinter mir, die jemand, der in den Fünfzigern das Licht der Welt erblickt hat, so gemacht hat. Ich wurde zur Schul- und Berufsausbildung in Sondereinrichtungen ausgesondert. Zu einem Beruf ausgebildet, von dem mir das Arbeitsamt im Nachhinein bestätigt hat, dass ich in diesem nicht vermittelbar bin. Aus diesem Grund wurde ich sofort umgeschult - natürlich wieder in einer Sondereinrichtung.

In den 70er Jahren bin ich zum ersten Mal mit der Behindertenbewegung in Kontakt gekommen. Schon im UNO-Jahr der Behinderten 1981 haben wir die Abschaffung der Sondereinrichtungen gefordert. Leider ist dieses Thema immer noch aktuell. Deshalb mache ich beim Berlin-Marathon mit und unterstütze die Kampagne „Marsch aus den Institutionen“.

Foto von Thomas Steinbrenner

Name: Steinbrenner, Thomas (und sein Bruder Jochen als Begleitläufer)
Startnummer 7461
Platz 7004
Verein
Nation GER
Hauptwertung Läufer / runner
Altersklasse M40
Altersklassenplatz 1613
Bruttozeit 3:39:25
Nettozeit 3:38:00
Splitzeiten / split times
5 km 0:25:27
10 km 0:51:32
15 km 1:17:02
20 km 1:42:30
Halbmarathon 1:48:04
25 km 2:08:00
30 km 2:35:00
35 km 3:00:37
40 km 3:27:23

Thomas Steinbrenner, Heidelberg

Um einen für den Körper wichtigen Ausgleich zur täglich 8stündigen Arbeit am PC zu haben, fiel meine Wahl des Sports auf Jogging. In meiner 5köpfigen Familie, in der 3 Mitglieder einen Grad der Behinderung von 100 % haben, gibt es viele Möglichkeiten der zahlreichen staatlich nachgeordneten Institutionen, die ihre Zuständigkeit über einen erklären und Steine in den Weg durch das normale Leben legen.

Ich laufe in Berlin für meine Vision, dass es in naher Zukunft den Tag geben wird, dass ich für das Jogging mehr Zeit zur Verfügung habe als ich zur Beseitigung der institutionell gelegten Steine aufbringen muss. Des Weiteren laufe ich gerne zum vierten Mal in Berlin, da der Veranstalter SCC Berlin eine lobenswert unkomplizierte Teilnahme mit speziellen Bedingungen am Marathon jedes Jahr ermöglicht. Ich bin blind und es war für die Organisationsmitarbeiter jedes Mal selbstverständlich, dass mein Begleitläufer unentgeltlich mitläuft. Ein Organisator mit Vorbildfunktion für die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft.

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