Bundesverband
Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V.
Position: Projekte > Krankenhaus

Kampagne 2006 bis 20??
Ich muss ins Krankenhaus ... und nun?

Logo der Kampagne: Rollstuhlfahrer wird in Richtung Klinikbett geschoben

Wir bedanken uns für die Förderung durch die

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In Korperation mit der

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Landesärztekammer Hessen
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Die Präsldentin
Im Vogelsgesang 3, 60488 Frankfurt a. M.
Postfach 90 06 69, 60446 Frankfurt a. M.
Telefon (069) 97672-111 Telefax (O69) 97672-166

 

Frau
Dr. Corlna Zolle
(ForseA e.V.)

(inhaltsgleicher Brief ging auch an Frau Sabine Eickmann vom CeBeeF Frankfurt e.V. )

 

6.. Mal 2008

Assistenz im Krankenhaus bei Schwerbehinderten

Sehr geehrte Frau Dr. Zolle,

die Veränderungen in der personellen Besetzung In den Krankenhäusern führt zunehmend zu einer defizitären Versorgung von Patienten, insbesondere von Schwerstbehinderten, die von sich aus schon eines höheren Pflegeaufwandes bedürfen. Dies hat zur Folge, dass behinderte Patienten deutlich schlechter versorgt werden und sich deshalb potentielle Gefahrenzustände entwickeln. Dieser Umstand hat die Landesärztekammer Hessen dazu veranlasst, im Krankenhausausschuss der Landesärztekammer Hessen das Thema ausführlicher zu diskutieren. Die Landesärztekammer Hessen empfiehlt den politisch und fachlich Verantwortlichen Im Versorgungsprozess, sich dieser unzumutbaren Zustände anzunehmen.

Die Landesärztekammer Hessen und ihre Sachverständigen sind der Auffassung, dass im Krankenhaus durch den Wegfall der persönlichen Assistenz beim Menschen mit schweren Behinderungen regelmäßig Defizite in der umfassenden Versorgung zu beobachten sind, die zu Komplikationen und lebensbedrohlichen Situationen führen. Es handelt sich hier um eine Gruppe von Personen, die wegen ihrer Behinderung für die Verrichtungen Im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer der Hilfe bedürfen und auf eine persönliche Assistenz angewiesen sind.

Bei einer stationären Behandlung entfällt für den Behinderten die persönliche Betreuung durch die Assistenz für die Zeit des Krankenhausaufenthaltes. Die Sozialhilfeträger verweigern die Übernahme der Kosten mit der Begründung, dass im Krankenhaus die notwendigen Versorgungsleistungen durch die Pflegekräfte erbracht werden und infolge dessen diese Leistungen auch von den zuständigen Krankenkassen übernommen werden.

Die Personalausstattung der Kliniken Im Pflegebereich gewährleistet jedoch lediglich den durch die akute Erkrankung verursachten Versorgungsbedarf. Die speziellen Bedürfnisse von Behinderten im Rahmen der Grundversorgung können von den Krankenschwestern und Pflegern jedoch nicht zusätzlich übernommen werden. Dies führt zu einer Unterversorgung mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit der Behinderten.

Menschen mit Behinderungen haben nach SGB XI und SGB XII Anspruch auf umfassende Maßnahmen zur Abwendung von Versorgungsdefiziten, deshalb bedarf es aus unserer Sicht dringend der Absprache zwischen den Kostenträgern und den Krankenhäusern, um die persönliche Assistenz für Behinderte in der Zeit des Krankenhausaufenthaltes zu ermöglichen.

Die Landesärztekammer Hessen plädiert dringend dafür, in Sorge um die Versorgungsqualität bei Behinderten für entsprechende Abhilfe zu sorgen.

Mit freundlichen Grüßen

(Dr. med. Ursula Stüwe)

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