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Tipps für Arbeitgeber

Für sämtliche Angaben auf dieser Seite übernehmen wir keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit und daher auch keine Haftung für Fehler und derer eventueller Folgen! Bitte beachten Sie auch die Diskussionsliste im Forum

Der Weg zum Arbeitgebermodell

Täglich erreichen uns Anfragen, wie man Arbeitgeber für die eigene Assistenz wird. Um zu vermeiden, jedesmal das gleiche erzählend bei "Adam und Eva" anfangen zu müssen, haben wir die nachstehende Liste entwickelt.

  1. Das Arbeitgebermodell in Zeiten des Persönlichen Budgets. Diese Präsentation ist sowohl als PowerPoint-Datei als auch als PDF-Datei verfügbar und bietet einen ersten Überblick über das Thema.
  2. Nach Abschluss der Bedarfsfeststellung muss dieser Bedarf bewertet werden. Eine Musterkalkulation als EXCEL-Tabelle finden Sie ebenfalls auf dieser Homepage.
  3. Checkliste für Zielvereinbarungen als PDF-Datei
  4. Für die Umsetzung in der Praxis empfehlen wir den Ratgeber für behinderte ArbeitgeberInnen und solche, die es werden wollen.

Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Rein ins Leben mit persönlicher Assistenz - Blitzlichter aus dem Alltag mit Assistenz von behinderten Menschen und ihren Assistenten. Ein Film von ambulante dienste e. V. und Lebenswege gGmbH (172 MB !)

 

Und hier noch ein schon etwas älterer aber noch immer noch aktueller Film aus Schweden

Adolf Ratzka in Stockholm hat für Stockholmskooperativet för Independent Living (STIL) einen Film über das schwedische Arbeitgebermodell gedreht. Dieser ist in schwedischer Sprache, aber mit deutschen Untertiteln auf vier Beiträge verteilt auf YouTube anzuschauen:

Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster  Teil 1      Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Teil 2      Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Teil 3    Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Teil 4

Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Studium mit Assistenz Die Situation behinderter Studierender in Oberfranken (Beitrag von Campus TV)

Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Selbstbestimmt leben - Wie Behinderte mit Persönlichem Budget den Alltag gestalten Sendung "Länderzeit" des Deutschlandfunks am 21.10.2009 um 10:10 Uhr (31,60 MB !)

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Musterkalkulation

In Zeiten Persönlicher Budgets wird es immer wichtiger, für die Höhe des selben eine fundierte Kalkulation vorzubereiten. Diese haben wir in Form einer EXCEL-Tabelle erstellt, die Sie selbst weiter gestalten können. Hierzu sollten Sie die gelb unterlegten Felder mit eigenen Inhalten versehen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie so ausreichend kalkulieren, dass Sie auch die Kosten einer Grippewelle unter Ihren AssistentInnen finanzieren können. EXCEL-Tabelle Musterkalkulation

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Kostenersatz für Verpflegung der Assistenz

Wenn die Assistenten im Haushalt des Arbeitgeber kostenlos mit verpflegt werden, stellt dies einen sogenannten geldwerten Vorteil dar. Dieser wird als Sachbezug dazu noch den Steuern und der Sozialversicherung unterworfen. Somit legt der Arbeitgeber auch noch über den Arbeitgeberanteil noch was dazu.

Dies ist nicht einzusehen, da der Assistent, wäre er nicht am Arbeitsplatz sondern zuhause, für sein Essen auch zahlen müsste. Daher sollte er für das Essen einen Teil abgeben. Um Verhandlungen über den Wert des Essens aus dem Wege zu gehen, schlägt ForseA vor. dass die Assistenz den jeweils gültigen Sachbezugswert bezahlt. Dieser beträgt im Jahre

Jahr
Frühstück €
Mittag und Abendessen jeweils €
Gesamt €
2016
1,67
3,10
7,87
2014 + 2015
1,63
3,00
7,63
2013
1,60
2,93
7,47
2012
1,57
2,87
7,31

Diese Preise werden einmal jährlich vom Gesetzgeber festgelegt und rechtzeitig im Internet veröffentlicht. Das schafft eine Vertrauensbasis, weil sich diese Festlegung der individuellen Beurteilung entzieht.

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Kostenersatz für Unterbringung der Assistenz

Arbeitgeber müssen für Beschäftigte gesonderte Räume zur Verfügung stellen. Dies ergibt sich aus den Verpflichtungen nach den Paragrafen Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster618, Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster619 BGB und § Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster6 Abs. 3 ArbStättV und die Ziff. 4.2 des Der nachfolgende Link öffnet ein neues FensterAnhangs zu § 3 Abs. 1 ArbStättV

Aus dieser Verpflichtung und aus der Tatsache, dass die Assistenz ihre eigene Unterkunft zuhause auch noch unterhalten müssen, also keine Ersparnis haben, ergibt sich, dass der Arbeitgeber diese Kosten tragen muss. Wir vertreten seit langem die Auffassung, dass diese Kosten den Assistenzkosten zuzuschlagen und vom Kostenträger zu erstatten sind. Dieser Auffassung hat sich das Landessozialgericht NRW angeschlossen und am 28.11.2011 ein sehr wichtiges Der nachfolgende Link öffnet ein neues FensterUrteil (L 20 SO 82/07) gefällt. Dieses wurde durch das Bundessozialgericht am 28.02.2013 Der nachfolgende Link öffnet ein neues FensterAz.: B 8 SO 1/12 R bestätigt-

Sollte die Ermittlung der tatsächlichen Kosten zu schwierig sein, empfehlen wir die jährlich vom Gesetzgeber vorgeschlagenen Sachbezugswerte. Der tägliche Wert beträgt

Jahr
Jahr €
Monat €
Tag €
2015+2016
2676,00
223,00
7,43
2014

2652,00

221,00

7,37
2013
2592,00
216,00
7,20
2012
2544,00
212,00
7,07

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Mutterschutz und Beschäftigungsverbot

Zunächst möchten wir an die Meldung an die Gewerbeaufsicht erinnern! Oftmals ist es so, dass schwangere Assistentinnen ihren Job nicht mehr ausüben können, sei es wegen Nachtarbeit oder dem Bewegen schwerer Lasten (Katalog der Kriterien im Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster § 4 MuschG). Im Prinzip ist es für ein arbeitsplatzbezogenes Beschäftigungsverbot noch nicht mal erforderlich, ein ärzliches Attest vorzulegen. In der Praxis empfiehlt sich jedoch deswegen ein Rücksprache mit der Krankenkasse der Assistentin. Ab dem Bekanntwerden der Schwangerschaft gilt ein absolutes Verbot der Kündigung durch den Arbeitgeber!

Bezahlung während des Beschäftigungsverbotes:

Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate (brutto und netto) nehmen und aus den jeweiligen Verdiensten einen Tagesdurchschnitt bilden, indem die beiden Summen jeweils durch 90 geteilt werden.

Der Tagesdurchschnitt (brutto) wird benötigt, um die Entgeltfortzahlung im Beschäftigungsverbot zu errechnen.

Beispiel: Entgelte für ein Beschäftigungsverbot vom 29.05. bis 25.09.08

Mai = 3 Kalendertage x Tagesdurchschnitt brutto
Juni, Juli, August = jeweils 30 Kalendertage x Tagesdurchschnitt brutto
September = 25 Kalendertage x Tagesdurchschnitt brutto

Die Kosten (Brutto + Arbeitgeberanteil) werden im Rahmen der Erstattung U2 von der Krankenkasse der Assistentin übernommen. Eventuell erstattet die Krankenkasse der Assistentin nur einen Pauschalsatz, der sinnigerweise oft unterhalb der eigenen Beitragssätze liegt.

Aufzahlung zum Mutterschaftsgeld:

Der Tagesdurchschnitt (netto) wird benötigt, um die Arbeitgeberaufzahlung zum Mutterschaftsgeld der Krankenkasse zu errechnen.

Die Krankenkasse erstattet während der Schutzfrist (sechs Wochen vor und acht, bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen nach der Entbindung) maximal 13,00 Euro je Tag.

Beispiel:

mutmaßlicher Entbindungstag: 11.10.2008
tatsächlicher Entbindungstag: 09.10.2008 (Normalgeburt)

letzter Arbeitstag vor der Entbindung: 29.08.2008
Beginn der Schutzfrist: 30.08.2008
Ende der Schutzfrist (Normalgeburt): 06.12.2008
Ende der Schutzfrist (Vierlinge): 03.01.2008

Findet die Entbindung nach dem geplanten Termin statt, verlängert sich das Ende der Schutzfrist entsprechend. Erfolgt die Entbindung hingegen zu früh, bleibt der Zeitpunkt des geplanten Endes der Schutzfrist bestehen.

Berechnung des Zuschusses:

kalendertäglicher Aufzahlungsbetrag = Tagesdurchschnitt (netto) ./. Mutterschaftsgeld der Krankenkasse (max. 13,00 € je Tag)

August 2008 = 2 Kalendertage x kalendertäglicher Aufzahlungsbetrag
September 2008 = 30 Kalendertage x kalendertäglicher Aufzahlungsbetrag
Oktober 2008 = 30 Kalendertage x kalendertäglicher Aufzahlungsbetrag
November 2008 = 30 Kalendertage x kalendertäglicher Aufzahlungsbetrag
Dezember 2008 = 6 Kalendertage x kalendertäglicher Aufzahlungsbetrag

Der Aufzahlungsbetrag kann steuer- und sozialversicherungsfrei gezahlt werden und ist in voller Höhe durch die U2 von der Krankenkasse der Assistentin erstattungsfähig, Arbeitgeberanteile fallen nicht an.

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Das Arbeitszeugnis

Auch behinderte Arbeitgeber unterliegen der Verpflichtung, beim Ausscheiden ihrer AssistentInnen ein Arbeitszeugnis auszustellen. Dabei kommt es immer wieder zu Unsicherheiten hinsichtlich der Vollständigkeit und einzelner Formulierungen. Abhilfe schaffen hier die Links:

Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://www.bewerben.de/informationen/zeugnis.htm
Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://www.mdr.de/ratgeber/job_karriere/124063.html
Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://www.jobworld.de/artikel/arbeitszeugnis/zeugnis?seite=35924
Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://web.uni-marburg.de/freie-liste-wm//Zeugnis.html
Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://www.arbeitszeugnis.de/einfuehrung2.php
Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://www.studis-online.de/Karriere/arbeitszeugnis.php

Nachdem Sie nun angemessen verwirrt sind, können Sie Ihre neu erworbenen Kenntnisse testen:

Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://www1.manager-magazin.de/active/karrierechk/fcgi/karrierechk-312792.fcgi

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Erstattungsprobleme bei Tagesverdiensten über der täglichen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der Rentenversicherung (RV) (2015 = 201,67 Euro in den "alten", 173,33 Euro in den "neuen" Bundesländern)

Basis des Umlageverfahrens ist das neue Gesetz über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für Entgeltfortzahlung (Aufwendungsausgleichsgesetz AufAG), das am 1. Januar 2006 in Kraft getreten ist.

In § 7 Abs. 2 sind die Beiträge des Arbeitgebers auf die BBG der RV beschränkt. Gemeint ist hier die monatliche BBG.

In § 1 Abs. 1 wird die Erstattung geregelt. Da hier jeder Hinweis auf die Anwendung einer BBG fehlt, ist stets auch dann vom vollen Tagesverdienst auszugehen, wenn dieser den Betrag der kalendertäglichen BBG übersteigt.

Sollten Krankenkassen in diesen Fällen Probleme bereiten, kennen diese anscheinend das obige Gesetz noch nicht und sind entsprechend zu informieren. Falls die Krankenkasse danach immer noch an ihrer Ansicht festhält, bitten wir um eine entsprechende Information.

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Lohnabrechnungsprogramm

Wir haben es aufgegeben, Lohnabrechnungsprogramme zu empfehlen. Nachdem in der Zwischenzeit gerichtlich festgestellt wurde, dass Steuerberaterkosten von den Kostenträgern zu übernehmen sind, empfehlen wir nur noch Menschen mit einem Hang zu Zahlen, die Lohnabrechnung selbst zu machen.

Beispiel für eine lokale Lösung auf Ihrem Rechner (heute* 159,90 €/Jahr für 50 Abrechnungen/5 Mandanten): der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Lexware
Beispiel für eine Online-Lösung (heute* 6,66 je Abrechnung und Monat): der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster einfachlohn.de
*heute = 05.04.2011

Bei mehr als 2 Abrechnungen im Monat lohnt sich Lexware finanziell. Es gibt jedoch noch zahlreiche andere Anbieter.

Einen interessanten Link zu einer PDF-Datei mit allen der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster zu einer PDF-Datei der IKK's Meldegründen der Sozialversicherung und deren Abgabefristen bieten die IKK's

Falls noch im Gebrauch: Links für den Download von der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster zum Download von ELSTER ELSTERONLINE der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster zum Download von SV-NET SV-NET

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Nettolohnrechner

Es kommt immer mal vor, dass kurzfristig ein Nettolohn ausgerechnet werden muss. Sei es, dass auf die Frage einer Bewerberin geantwortet werden oder das Ergebnis einer Lohnabrechnung überprüft werden soll.

Wir wurden auf eine interessante Internetseite aufmerksam gemacht, die zwar mit Sicherheit nicht barrierefrei, aber dennoch hilfreich ist. Sollte es auf diesem Gebiet eine barrierefreie Seite geben, tauschen wir den Link selbstverständlich und gerne aus.           Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster zum Nettolohnrechner NETTOLOHNRECHNER

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Broschüre über Beschäftigung osteuropäischer Pflege- und Haushaltshilfen

Bei der Beschäftigung von ausländischen Pflegekräften und Haushaltshilfen aus osteuropäischen Ländern gelten zahlreiche ausländerrechtliche Beschränkungen, die in der Bevölkerung kaum bekannt sind. Der Zollernalbkreis hat Informationen auf einer Der nachfolgende Link öffnet ein neues FensterInternetseite zusammengefasst, über Sie auch an weitere Infoseiten gelangen können

Veröffentlichung des BMAS: Der nachfolgende Link öffnet ein neues FensterFragen und Antworten zur Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland

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Die Haftungsfrage bei von Assistentinnen und Assistenten verursachten Schäden

Der Betrieb eines behinderten Arbeitgebers an sich kann keine Schäden bei Dritten anrichten.

Die Schäden, die AssistentInnen anrichten, egal bei Dritten oder bei der Arbeitgeberin gehören unstrittig zum Risiko der Arbeitgeberin. Selbst bei Verletzungen des Arbeitgebers kann lediglich bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit auf die Assistentinnen oder Assistenten zurückgegriffen werden. Nach verbreiteter Lesart sind diese die "Hände" Ihrer Arbeitgeberinnen. Es finden ja bei zwei Personen keine doppelten Handgriffe statt. Ein Teller kann nur einmal runterfallen, entweder der Arbeitgeberin oder, weil diese behinderungsbedingt nicht spült, der Assistentin. Somit ist das "normale" Risiko beim Leben mit Assistenz nicht größer als ohne.

Was Schäden an den teuren Hilfsmitteln anbelangt, gilt im Prinzip das selbe. Gebrauchsschäden werden, sofern keine grobe Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz zu erkennen ist, vom Kostenträger des Geräts abgedeckt.

Jede andere Handhabung würde den Arbeitgeberhaushalt risikofreier und damit besser stellen als andere vergleichbare Haushalte ohne Behinderung. Wir kennen auch keine Versicherung, die dieses Risiko - zumal zu einem vertretbaren Preis - versichern würde.

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Urlaubsberechnung
Berechnung des gesetzlichen Urlaubsanspruches (vier Wochen) bei flexiblen Arbeitszeiten

Ausfallprinzip: Die jeweils ausgefallene Arbeitszeit wird als Urlaub oder Krankheit bezahlt

Durchschnittsprinzip: Es werden täglich viel weniger Stunden, dafür aber z.B. 28 Tage Urlaub (bei einer Sieben-Tage-Woche bezahlt

ForseA empfiehlt dringend für die Bezahlung von Urlaub und Krankheit das Ausfallprinzip

Vorgang
Beispiel 1
Beispiel 2
Beispiel 3
Beispiel 4
Arbeitszeit 5 Tage in der Woche zu je 8 Stunden 3 Tage in Woche 1 mit je 9 Stunden, 4 Tage in Woche 2 mit je 10 Stunden, danach Wiederholung

 

3 Tage in Woche 1 mit je 9 Stunden, 4 Tage in Woche 2 mit je 10 Stunden, danach Rest des Monats frei 10 Tage im Monat zu je 20 Stunden, Rest frei
Errechnung der durchschnittlichen vertraglichen wöchentlichen Arbeitszeit in Stunden = Urlaubsanspruch für eine Woche Urlaub in Stunden 5 Tage x 8 Stunden = 40 Wochenstunden 3 Tage x 9 Stunden + 4 Tage * 10 Stunden = 27 + 40 = 67 Stunden : 2 Wochen = 33,50 Wochenstunden 3 Tage x 9 Stunden + 4 Tage * 10 Stunden = 27 + 40 = 67 Stunden im Monat x 12 Monate = 804 Jahresstunden : 365,25 Jahrestage x 7 Tage in der Woche = 15,41 Wochenstunden 10 Tage x 20 Stunden = 200 Stunden im Monat x 12 Monate = 2400 Jahresstunden : 365,25 Jahrestage x 7 Tage in der Woche = 46,00 Wochenstunden
Urlaubsanspruch somit für vier Wochen 40 x 4 = 160 Urlaubsstunden 33,50 x 4 = 134,00 Urlaubsstunden 15,41 x 4 = 61,64 Urlaubsstunden 46,00 x 4 = 184,00 Urlaubsstunden


Ausfallprinzip:

Durchschnittliche tägliche Arbeitszeit 8 Stunden 67 Stunden : 7 Tage = 9,57 Stunden 67 Stunden : 7 Tage = 9,57 Stunden 20 Stunden
Urlaubsanspruch somit 160 Stunden : 8 Stunden = 20 Tage zu je 8 Stunden 134 Stunden : 9,57 Stunden = 14 Tage zu je 9 oder 10 Stunden 61,64 Stunden : 9,57 = 6,44 = abgerundet 6 Tage zu je 9 oder 10 Stunden = 184 Stunden : 20 Stunden = 9,20 = abgerundet 9 Tage zu je 20 Stunden


Durchschnittsprinzip:

Durchschnittliche tägliche Arbeitszeit 40 Wochenstunden : 7 Tage = 5,71 Stunden 33,50 Wochenstunden : 7 Tage = 4,79 Stunden 15,41 Wochenstunden : 7 Tage = 2,20 Stunden 46 Wochenstunden : 7 Tage = 6,57 Stunden
Urlaubsanspruch somit 28 Tage zu je 5,71 Stunden 28 Tage zu je 4,79 Stunden 28 Tage zu je 2,20 Stunden 28 Tage zu je 6,57 Stunden

 

Das Ausfallprinzip garantiert einen Monat ohne Mehr- oder Minderverdienst. Beim Durchschnittsprinzip kann es diese Garantie nicht geben. Der Wert des Urlaubs ist in beiden Fällen hingegen beinahe gleich: Minimale Abweichungen ergeben sich durch Rundungen an unterschiedlichen Stellen.

Beispiel 1:

Ausfallprinzip: 20 Tage zu je 8 Stunden = 160 Stunden Urlaub
Durchschnittsprinzip: 28 Tage zu je 5,71 Stunden = 159,88 Stunden Urlaub

Wir hoffen, damit eine nachvollziehbare und akzeptable Formel für die Berechnung des gesetzlichen Urlaubsanspruches geliefert zu haben. Dennoch erforderliche Rücksprachen bitte an Gerhard Bartz


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Tariflöhne

Viele behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber orientieren sich bei der Lohnfindung am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Dies hat den Vorteil, dass Änderungen des Tarifes auch den eigenen Assistentinnen und Assistenten zugute kommen, da mit dem Kostenträger kein fester Betrag sondern die Tarifgruppe vereinbart wird. Alle Angaben ohne Gewähr!

Entgelttabelle nach TVÖD-K EG 4a Stufe 2 (entspricht dem früheren BAT KR1, dem niedersten Tariflohn für ungelernte Pflegekräfte im Krankenhaus)

Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen schrieb am 06.02.2014 unter ausdrücklichen Verweis auf diese ForseA-Lohnempfehlung in einen Beschluss (Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster L 20 SO 436/13 B ER): "Den vom Antragsteller angesetzten Bruttolohn von 11,79 EUR sieht der Senat als angemessen an, da es sich dabei um den Stundenlohn nach dem TVÖD-K EG 4 Stufe 2 handelt. Dies entspricht dem früheren BAT KR1, dem niedersten Tariflohn für ungelernte Pflegekräfte im Krankenhaus (Quelle: www.forsea.de)." Dass das Gericht in weiteren Teilen des Urteiles nicht ganz auf der Höhe der Zeit war, tut dieser Beurteilung keinen Abbruch. Hierzu auch ein Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Artikel in den kobinet-Nachrichten.

Im Westen ist nach wie vor von 38,50 Wochenstunden auszugehen, da für Pflegekräfte im Krankenhaus die Arbeitszeit nicht auf 39 Wochenstunden erhöht wurde! Aufgrund der abweichenden wöchentlichen Arbeitszeit (West 38,50, Ost 40,00 Stunden) ergeben sich unterschiedliche Stundensätze. Die Umrechnung auf den Stundenlohn erfolgt nach der Formel: Monatslohn : 4,348 Wochen (Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster § 24 Abs. 3 TvÖD) : Wochenarbeitszeit

Alternative für Arbeitgebermodelle mit eingelagerten Bereitschaftszeiten: Wenn das Monatsentgelt in Verbindung mit den bezahlten Stunden (inclusive Bereitschaft) den Mindestlohn nicht erreicht, muss nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes vom 29.06.2016 der Mindestlohn bezahlt werden. Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster Az.: 5 AZR 716/15

Wichtige Hinweise:

  • Im Arbeitsvertrag sollte zunächst die Tarifgruppe erwähnt werden, danach die derzeitige Höhe (Beispiel: Es wird ein Stundenlohn nach EG 4a Stufe 2 des TvÖD-K (derzeitige Höhe von 11,97 Euro) zugrunde gelegt.
  • Wenn Ihr Kostenträger zu Tricksereien neigt, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen. Zum Zeitpunkt der Tariferhöhung sollten Sie Ihren Assistenten schriftlich mitteilen, dass Sie die Tarifänderungen durchführen, aber derzeit nicht finanzieren können und die Tariferhöhung dann nachgezahlt wird, sobald der Kostenträger seine Zahlungen entsprechend angepasst hat.
  • Es gibt Kostenträger, die für Minijobber Minilöhne zahlen wollen. Dem kann mit Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster § 4 Abs. 1 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes gegengehalten werden. das die Gleichbehandlung mit Vollzeitbeschäftigten vorschreibt.
Datum

Monats-
Lohn
West / Ost

Wochen-
arbeitszeit West
Stunden-lohn West
Wochen-arbeitszeit Ost
Stunden-lohn
Ost
01.02.2017
2363,07
38,50
14,12
40,00
13,59
01.03.2016
2308,81
38,50
13,79
40,00
13,28
01.03.2015
2254,70
38,50
13,47
40,00
12,96
01.03.2014
2201,86
38,50
13,15
40,00
12,66
01.08.2013
2111,86
38,50
12,61
40,00
12,14
01.01.2013
2082,70
38,50
12,44
40,00
11,97
01.03.2012
2053,94
38,50
12,26
40,00
11,80
01.08.2011
1984,48
38,50
11,85
40,00
11,41
01.01.2011
1974,61
38,50
11,79
40,00
11,35
01.01.2010
1962,83
38,50
11,72
40,00
11,28
01.01.2009
1939,56
38,50
11,58
40,00
11,15
01.04.2008
1886,73
38,50
11,27
40,00
10,84
01.01.2008
1780,00
38,50
10,63
40,00
10,23

Alte Tariflöhne nach BAT KR 1

Kr.I gültig von / bis
OST
WEST
01.07.2007 - ?
9,92
10,64
01.07.2006 - 30.06.2007
9,77
10,64
01.07.2005 - 30.06.2006
9,62
10,64
01.05.2004 - 30.06.2005
9,47
10,64
01.01.2004 - 30.04.2004
9,37
10,53
01.04.2003 - 31.12.2003
9,13
10,43

Quelle: Der nachfolgende Link öffnet ein neues Fenster http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/k/

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