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"Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln", so lautet der Titel eines von 29 Organisationen gestarteten Appells an Bundestagsabgeordnete sowie die Ministerpräsident*innen und Fachminister*innen der Länder. Darin wird gefordert, die geplante gesetzliche Vorrangstellung von Infrastruktur- und Regelangeboten gegenüber individuellen Hilfen zur Erziehung zu streichen, weil sie den Zugang zu passgenauen Unterstützungsleistungen gefährdet und die Hilfeplanung einschränkt. Die Verbände warnen vor Verzögerungen notwendiger Hilfen, zusätzlichen bürokratischen Belastungen sowie einer Verschärfung regionaler Ungleichheiten und betont, dass individuelle Rechtsansprüche und bedarfsgerechte Hilfen zentral bleiben müssen.
"Der Aufzug ist kaputt. Das weißt du jetzt vorher", so heißt es auf der Internetseite der hissi-App. Hissi (finnisch für Aufzug) zeigt, welche Aufzüge an Bahnhöfen im VBB-Gebiet, also in Berlin und Brandenburg, gerade funktionieren und welche nicht. Die Daten werden etwa alle 30 Minuten aktualisiert. So lässt sich vor der Fahrt prüfen, ob der Weg tatsächlich barrierefrei ist – statt erst am Bahnsteig festzustellen, dass man festsitzt. Die Idee kam aus eigener Erfahrung eines Rollstuhlfahrers, der auf funktionierende Aufzüge angewiesen ist. "Als mein Auto sechs Wochen in der Werkstatt stand, musste ich komplett auf die Öffis umsteigen – und habe schnell gemerkt, wie oft ein einziger kaputter Aufzug den ganzen Weg kippen kann. Barrierefreiheit beschäftigt mich auch beruflich seit Jahren, deshalb ist die App selbst konsequent barrierefrei gestaltet, unter anderem mit Statusanzeigen, die nicht allein über Farbe funktionieren", schrieb Ingo Stöcker den kobinet-nachrichten. "Du stehst am Bahnsteig, mit Rollstuhl, Kinderwagen oder dem Koffer, der sich nach Ziegelsteinen anfühlt. Und da hängt der Zettel: 'Außer Betrieb'. Hissi sagt dir das schon zu Hause", heißt es auf der Internetseite zur App.
Eine Hand am Ohr, um besser zu hören Foto: Pixabay/PublicDomainPictures
Boppard (kobinet)
Ein Online-Vortrag mit dem Titel "Tinnitus und Achtsamkeit" findet am 17. November 2026 von 18:00 – 20:00 Uhr statt. Dr. med. Frank Matthias Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Praxis für Verhaltenstherapie in Boppard, referiert über das Thema "Achtsamkeit als Weg zur erfolgreichen Tinnitus-Bewältigung". Der stellvertretende Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga zeigt in seinem Vortrag auf, wie hilfreich Achtsamkeit dabei sein kann, besser mit den oft quälenden Ohrgeräuschen zurechtzukommen. Dr. Rudolph erläutert in dem Zusammenhang auch die Methode der 'Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion' ('Mindfulness-Based Stress Reduction' – MBSR). Er stellt einfache Achtsamkeitsübungen vor, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Danach schildert Bernd Strohschein, wie die Selbsthilfe Betroffene beim Umgang mit der Tinnitus-Belastung unterstützt. Er stellt die Deutsche Tinnitus-Liga sowie ihre Angebote für Menschen mit Tinnitus und weiteren Hörbeeinträchtigungen vor, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung für dich man sich noch bis zum 16. November 2026 anmelden kann.
Vor der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) am 5. November im Bundestag fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe die Abgeordneten mit Nachdruck auf, nicht bei Leistungen für Menschen mit Behinderung und ihren Familien zu kürzen. "Die so wichtige Unterstützung durch die Verhinderungspflege muss ohne Abstriche erhalten bleiben, damit pflegende Angehörige auch in Zukunft echte Entlastung erfahren", betont Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und frühere Bundesgesundheitsministerin.
Logo Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. Foto: Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
BERLIN (kobinet)
Anlässlich der Anhörung im Bundestag am 2. November 2026 zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) kritisiert die Diakonie Deutschland, dass sinkende Geburtenzahlen als Grundlage für geringere Personal- und Finanzbedarfe in der frühkindlichen Bildung herangezogen werden. "Weniger Kinder bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Ressourcen. Die Anforderungen an Kitas wachsen – etwa bei der Sprachförderung, Inklusion, individuellen Förderung, Gestaltung von Übergängen und Unterstützung von Familien", sagte Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland. "Mehr Qualität braucht eine sichere Finanzierung."
Logo Deutscher Behindertenrat (DBR) Foto: Deutscher Behindertenrat
Berlin (kobinet)
Zu Beginn hat das Team des Deutschen Behindertenrat in ihrem neuen Newsletter eine traurige Nachricht zu verkünden: "Joachim Busch ist am 20. September 2026 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Er war lange Jahre als Werkstattrat, in der Gruppe 'Jetzt reden wir' der Lebenshilfe in Schleswig-Holstein, im Vorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe und im Inklusionsbeirat der Bundesregierung aktiv. Im Mai wurde er als einer der ersten Selbstvertreter in den Vorstand des Europäischen Behindertenforums (EDF) gewählt", heißt es u.a. im DBR-Newsletter. Die politische Arbeit gehe aber weiter und es gibt nach Ansicht des DBR viel zu tun: "Die Eingliederungshilfe steht im Zentrum der Debatten. Der DBR hat gemeinsam mit der Liga Selbstvertretung, der BAGFW und den Fachverbänden ein neues Positionspapier veröffentlicht und sich klar gegen Leistungskürzungen ausgesprochen. Teilhabeleistungen müssen personenzentriert und bedarfsdeckend bleiben. Das war auch Thema im Austausch mit dem Bundesarbeitsministerium und der Länder-Bund-Arbeitsgruppe sowie beim Jour fixe mit dem Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel. Auch auf anderen Feldern gibt es weiter Bewegung: Der Entwurf zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe ist in der parlamentarischen Beratung, beim Digitalgesetz 'GEDIG' setzt sich die DBR-AG 'Versorgungsgesetz' mit konkreten Änderungsvorschlägen dafür ein, dass digitale Angebote im Gesundheitswesen wie die ePA endlich barrierefrei werden", heißt es im Editorial des neuen DBR-Newsletters.