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Die NeuroDem-Gruppe im Austausch über Ländergrenzen hinweg. Foto: STIMMULI FOR SOCIAL CHANGE/Emma Avtzi
Erfurt (kobinet)
Europäisches Erasmus+-Projekt NeuroDem bringt Forschungsergebnisse in die Praxis
Warum sind neurodivergente junge Menschen in demokratischen Prozessen bislang kaum vertreten, und was muss getan werden, damit sich das ändert? Diesen Fragen geht das Erasmus+-Jugendprojekt NeuroDem nach. Es will neurodivergente junge Menschen befähigen, als Wegbereiter:innen für inklusive demokratische Interessenvertretung und Innovation zu wirken. Ausschlaggebend für eine eher geringe Beteiligung sind Systeme und Räume, die nicht partizipativ betrachtet werden. Die jungen Menschen zeigen großes Interesse an demokratischer Mitwirkung, sehen sich aber schnell mit Teilhabebarrieren konfrontiert.
"Die 12 – rbb Bürgerrat: Inklusion in Berlin und Brandenburg gescheitert?" So lautet der Titel einer Sendung, die der rbb heute am 20. Oktober 2026 ab 20:15 Uhr ausstrahlt. "Inklusion, also Teilhabe von Menschen mit Behinderung, ist gesetzlich verankert und gesellschaftlich gewollt. Doch für viele Menschen mit Behinderung sieht die Realität anders aus: fehlende Barrierefreiheit, Hürden in Schule und Beruf und häufig mangelnde Unterstützung im Alltag. Zwölf Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Behinderung diskutieren über Chancen, Defizite und die Frage: Ist Inklusion in Berlin und Brandenburg auf dem richtigen Weg oder gescheitert?" heißt es in der Ankündigung der Sendung des rbb Fernsehen. Im Vorfeld der heutigen Sendung hat rbb24 mit Dr. Sigrid Arnade von der LIGA Selbstvertretung über die schulische Inklusion gesprochen. Dabei machte die Behindertenrechtlerin klar: "Es muss eine Schule für alle geben."
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat eine Studie zu den besonderen Bedarfen von Menschen mit Autismus-Spektrum, Prader-Willi-Syndrom, Angelman-Syndrom sowie Taubblindheit veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt bestehende Barrieren auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe ab. Die Studie zeigt Bedarfe auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Teilhabe und Unterstützung der betroffenen Menschen ab und ist unter diesem Link nachzulesen. Die Ergebnisse sollen in die Erarbeitung des Aktionsplans 3.0 der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einfließen.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Landesverband NRW startet mit der Kampagne "Join the Bailout" eine neue digitale Gesprächsreihe namens "Bailout Nights". Die erste Ausgabe am 20. Oktober 2026 widmet sich der psychotherapeutischen Versorgung und den Herausforderungen, mit denen Betroffene konfrontiert sind, etwa langen Wartezeiten auf Therapieplätze oder unterschiedlichen Zugangsbedingungen für gesetzlich und privat Versicherte. Zu Gast ist der Psychotherapeut Andy Sharif. Die "Bailout Nights" richten sich insbesondere an junge Menschen und greifen gesellschaftliche Probleme auf, die deren Alltag prägen, wie steigende Lebenshaltungskosten, psychische Belastungen, Diskriminierung oder ungleiche Bildungschancen. Das Format soll persönliche Gespräche mit Experten und Betroffenen führen, um politische und strukturelle Ursachen sichtbar zu machen. Die Gespräche werden alle zwei Wochen dienstags live auf YouTube ausgestrahlt. Die Pilotphase läuft bis Ende Dezember 2026. Die Gesprächsreihe startet am 20. Oktober 2026 um 19:00 Uhr mit dem Thema "Therapie gesucht, Systemfehler gefunden – Psychotherapie zwischen Anspruch und Realität". Weitere Informationen sind auf der Webseite www.jointhebailout.de verfügbar.
Gespräche während des Festaktes Foto: Klaus Füßinger/lvkmbw Archiv
LUDWIGSBUIRG (kobinet)
Anlässlich des Festakts zum 60-jährigen Bestehen des Landesverbands für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e. V. (LVKM) am 19. Oktober 2026 im Marmorsaal des Residenzschlosses Ludwigsburg warnte der Verband vor Rückschritten bei den Rechten von Menschen mit Behinderungen. Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Mitgliedsorganisationen diskutierten über die gesicherte Fortführung erreichter Fortschritte bei Inklusion und Teilhabe.
Die Paraplegiker-Vereinigung der Schweiz hat den neuen Standbericht 2026 des Bundesamts für Verkehr (BAV) zur Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) hinsichtlich der Barrierefreiheit der Bahnhöfe und Bushaltestellen veröffentlicht. Demnach waren 1.168 der rund 1.800 Bahnhöfe Ende 2025 barrierefrei nutzbar. Bis Ende 2029 sollen weitere 193 Bahnhöfe angepasst werden. 50 Prozent der rund 25.000 Bushaltestellen sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nutzbar, teilweise mit Unterstützung des Personals. 42 Prozent können nicht genutzt werden. Dort werden Ersatzmaßnahmen angeboten, welche in der Regel aus Leistungen der Shuttle-Dienste bestehen. Gemäß Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) hätten auch in der Schweiz Bahnhöfe und Bushaltestellen bis Ende 2023 angepasst werden müssen, sofern die Umbauten verhältnismäßig sind.