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Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen begrüßt die Pläne des Landes, vier stillgelegte Bahnstrecken zu reaktivieren, mahnt jedoch gleichzeitig dringende Verbesserungen im bestehenden ÖPNV an. Die Reaktivierung sei ein Schritt zu sozial gerechterer Mobilität, besonders im ländlichen Raum, erklärte Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD Niedersachsen, am 25. August 2026. Doch dies dürfe nicht zu einer Vernachlässigung des aktuellen Nahverkehrs führen.
Toilette mit Euroschlüssel im Bild Foto: KSL Düsseldorf
München (kobinet)
"Die barrierefreie Toilette ist nur für Menschen mit Behinderung – oder?" So lautet der Titel eines Beitrags des Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 20. August 2026. "Unser Leser arbeitet in einem Konzerthaus. Die Schlangen vor den Toiletten sind oft lang, deshalb weichen Gäste ohne Behinderung auf das barrierefreie WC aus. Wie soll er damit umgehen?" ist die Ausgangsfrage, auf die die Journalistin Johanna Adorjan so antwortet, dass Marta Berndorfer einen verärgerten Leserbrief darauf verfasst hat, den sie den kobinet-nachrichten mit dem Hinweis auf den Beitrag zur Veröffentlichung zugesandt hat.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" angekündigt, die geplante Kürzung der Rentenansprüche für pflegende Angehörige um 30 Prozent zurückzunehmen. Der Sozialverband VdK begrüßt dies als "wichtiges Signal", mahnt jedoch eine verbindliche Finanzierungszusage an. VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte: "Die Anerkennung der Leistung pflegender Angehöriger ist überfällig. Dass Minister Linnemann die Kritik an den geplanten Kürzungen aufgreift und so früh nach seinem Amtsantritt eine Korrektur angekündigt hat, ist ein positives Signal für viele Millionen Menschen." Gleichzeitig bleibe die Finanzierungsfrage offen, so Bentele. Linnemann habe lediglich von einem Spielraum gesprochen, den er prüfen wolle. Der VdK fordert eine verbindliche Klärung aus Steuermitteln, da es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handele.
Am 21. August 2026 wurde der neue barrierefreie Strandabschnitt auf der Travemünder Stadtseite am Strandzugang Treppe Nr. 7 vor dem ATLANTIC Grand Hotel offiziell eröffnet. Mit den umgesetzten Maßnahmen stärkt Travemünde die Inklusion im Tourismus und verbessert die Strandnutzung für Menschen mit Mobilitäts- und Seheinschränkungen. Für die Maßnahmen auf der Stadtseite und dem Priwall wurden insgesamt rund 150.000 Euro investiert. So heißt es in einer Presseinformation der Hansestadt Lübeck, auf die Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe begrüßt den Vorstoß von Gesundheitsminister Carsten Linnemann, pflegenden Angehörigen die Rentenbeiträge nicht kürzen zu wollen. Dazu erklärt Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Gesundheitsministerin: "Wir sind froh, dass Herr Linnemann den Vorschlag aus dem aktuellen Entwurf nicht übernehmen will. Eltern, die ihr Kind mit Behinderung über viele Jahre pflegen, dürfen dafür nicht auch noch bestraft werden. Meistens sind es die Mütter, die ihre Berufstätigkeit einschränken und zu Hause die Pflege übernehmen. Jetzt muss der Minister außerdem dafür sorgen, dass die Verhinderungspflege erhalten bleibt. Familien mit einem Angehörigen mit Unterstützungsbedarf haben einen sehr belastenden Alltag und brauchen auch mal eine Auszeit, in der sie die Pflege in vertrauenswürdige Hände geben können. Wenn diese Leistung – wie geplant – gestrichen wird, wäre das fatal."
Anlässlich des Schulstarts in Hamburg warnen Betroffene vor den Folgen geplanter Kürzungen in der Schulbegleitung. Mehr als 4.000 Kinder in der Stadt sind auf eine individuelle Begleitung angewiesen. Ab diesem Schuljahr soll jedoch eine Begleitperson mehrere Kinder gleichzeitig betreuen. Die Schulbegleiterin Nicole Singh hat dazu eine Petition auf Change.org gestartet, die bereits über 87.000 Unterstützende verzeichnet.