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Logo Deutsches Institut für Menschenrechte Foto: Von Institut für Menschenrechte - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Berlin (kobinet)
Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Weibernetz e. V. haben am 7. Oktober 2026 die Online-Veranstaltung "Gewaltschutz zur Priorität machen – Vorgaben der UN-BRK und Istanbul-Konvention endlich umsetzen!" durchgeführt. Über 450 Personen nahmen teil. Aktuelle empirische Daten zur Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderungen präsentierte Prof. Monika Schröttle von der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Miriam Schroer-Hippel von der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt des Instituts referierte zu fehlender Barrierefreiheit im Gewaltschutzsystem. Tanja Schiermann (Starke.Frauen.Machen. e. V.), Ricarda Kluge (Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe) und Pia Witthöft (Mutstelle Berlin) diskutierten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven, identifizierten Herausforderungen und formulierten Handlungsempfehlungen.
Vor der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) im Bundestag am 5. November 2026 fordert der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) in seiner Stellungnahme grundlegende Nachbesserungen. Der Verband sieht den Gesetzentwurf kritisch, weil er pflegende Angehörige spürbar schlechter stellt. Der bvkm macht konkrete Vorschläge für Verbesserungen. Der Gesetzentwurf mit seinen drastischen Kürzungen bedeutet nach Einschätzung des bvkm einen enormen Rückschritt für pflegende Angehörige, insbesondere für Eltern von Kindern mit Behinderung. "Wir fordern nachdrücklich, die Verhinderungspflege und den Gemeinsamen Jahresbetrag zu erhalten. Zumindest aber müssen die neuen, im PNOG vorgesehen, Budgets flexibler einsetzbar sein. Vor allem geht der monatliche Verbrauchszwang beim Sozialraumbudget am realen Bedarf pflegender Eltern vorbei", stellt die Vorsitzende des bvkm, Beate Bettenhausen, klar.
Unter dem Titel "Doppelt benachteiligt? Frauen mit Behinderung zwischen Sexismus und Ableismus" lädt der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken am 9. November 2026 um 17 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ins Haus des Ankommens ein. Frauen mit Behinderung erleben häufig unterschiedliche Formen der Benachteiligung. Dabei können sich Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts und einer Behinderung überschneiden und gegenseitig verstärken. Dennoch finden die Erfahrungen und Perspektiven von Frauen mit Behinderung in gesellschaftlichen Debatten oftmals zu wenig Beachtung. Die Veranstaltung möchte diesen Perspektiven Raum geben. Im Mittelpunkt stehen Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung, aber auch über Selbstbestimmung, Empowerment und gesellschaftliche Teilhabe sprechen, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung auf die Lucienne Mindermann die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.
Im Zentrum ein Computer mit angedeuteten Verbindungen zu sozialen Netzen Foto: Pixabay/lakexyde
BERLIN (kobinet)
Anlässlich des Digitalgipfels der Bundesregierung in Berlin fordern der Deutsche Caritasverband (DCV), die Agora Digitale Transformation und das Sonderforschungszentrum des Deutschen Instituts für interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS SoFo), die Beratungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege als feste wohnortnahe Anlaufstellen im digitalen Sozialstaat zu verankern. Digitalisierung allein garantiere keinen Zugang zu sozialen Leistungen für alle Bürgerinnen und Bürger, betonen die Organisationen. In den kommenden Wochen stehen wichtige politische Entscheidungen zur Digitalisierung des Sozialstaats an. Die Sozialstaatskommission empfiehlt ein zentrales digitales Sozialportal, über das Bürger*innen Leistungen von Bund, Ländern und Kommunen beantragen können. Gleichzeitig sollen Menschen, die digitale Angebote nicht eigenständig nutzen können, Unterstützung vor Ort erhalten. Wie diese organisiert und finanziert werden soll, ist bislang offen.
Beim Diversity Ball Dance und guter Stimmung Foto: Max Louis Köbele MLK Media
WIEN (kobinet)
Nach einer erfolgreichen Premiere im Februar geht der DIVERSITY BALL DANCE in die nächste Runde. Am 11. November 2026 von 17:00 bis 22:00 Uhr verwandelt sich das EGA in Wien-Mariahilf in eine Tanzfläche für alle. Das inklusive Afterwork-Clubbing wird gemeinsam vom DIVERSITY BALL-Team und Mitinitiatorin Mel Merio umgesetzt und lädt dazu ein, Vielfalt zu feiern und Barrieren gemeinsam abzubauen. Bei der ersten Ausgabe der Eventreihe tanzten Menschen mit und ohne Behinderungen, internationale Gäste der Zero Project Conference, Partnerinnen und Partner sowie Freundinnen und Freudne des DIVERSITY BALL gemeinsam auf der Wiener Summer Stage.
Zwei Hände halten eine leere geöffnete Geldbörse Foto: undefined
DÜSSELDORF (kobinet)
Die Zahl der Menschen, die im Alter Grundsicherung beziehen, ist laut Landesbetrieb Information und Technik (IT.NRW) zum fünften Mal in Folge gestiegen. Für den Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen kommt diese Entwicklung nicht überraschend, besorgniserregend ist sie allemal. Immer mehr Menschen haben trotz eines langen Erwerbslebens eine Rente, die angesichts steigender Mieten, Energie- und Lebenshaltungskosten kaum zum Leben reicht. Die Quoten sind laut IT.NRW vor allem in den Großstädten wie Köln und Düsseldorf besonders ausgeprägt – also gerade dort, wo die Wohnkosten am höchsten sind. Der VdK NRW warnt deshalb vor den Folgen der geplanten Wohngeldkürzungen: Sollte die Bundesregierung die Reform wie vorgesehen umsetzen, könnten zahlreiche Wohngeldempfänger künftig auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sein.