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-1998

Unser Weg zum Arbeitgeberinnenmodell

Leipziger Allerlei der besonderen Art, aufgeschrieben von Elke und Isolde Hauschild aus Leipzig, die das Arbeitgebermodell für sich erkämpften 

Elke Hauschild †

Isolde Hauschild
Elke Hauschild †

Isolde Hauschild

 

Wir sind zwei Schwestern, 35 und 39 Jahre alt und seit unserer Kindheit an Muskeldystrophie erkrankt. Wir haben immer innerhalb unserer Familie gelebt. Als unser Vater plötzlich schwer krank wurde und starb, wurde uns erstmals bewusst, wie sehr wir uns auf die Eltern verlassen müssen.

Beim Tod unseres Vaters war unsere Mutter 59 Jahre alt. Was soll werden, wenn auch unsere Mutter ausfällt? Die Hauptlast unserer Versorgung lag in ihren Händen, trotz mehrerer Einsätze eines Pflegedienstes täglich. Ihr Gesundheitszustand war durch die jahrelange Überlastung nicht mehr gut. Es half auch nichts, das Problem zu verdrängen. Es war gegenwärtig. Wir versuchten unsere Mutter nicht zu sehr zu strapazieren, nahmen Rücksicht und gingen Kompromisse ein. Immer mit dem Gedanken: Solange es unserer Mutter gut geht, geht es auch uns gut! Das war aber nicht die Lösung unseres Problems. Am besten wäre es, wenn wir sie ganz aus der Belastung herauslösen und trotzdem ein eigenverantwortliches Leben in unserer Wohnung führen könnten. Sehr bald merkten wir, dass es ab einem bestimmten Hilfebedarf nur 2 Möglichkeiten zu geben schien: entweder Familie oder Heim. Heim kommt für uns nicht in Frage! Und so begaben wir uns auf die Suche nach Alternativen ...

1997

Wir sehen eine Reportage von einem behinderten Mann aus Berlin, der seinen Assistenzbedarf mit von ihm selbst eingestellten Assistenten organisiert. Wir denken das erste Mal darüber nach, dass diese Art der Assistenznahme genau das Richtige für uns wäre, können aber nichts genaues in Erfahrung bringen.

1998

August 1998

Neu ausgerüstet mit einem Internetanschluß suche ich den Begriff "Arbeitgebermodell". Finde aber nichts. Irgendwann im November stoße ich auf die "Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben" und denke, wenn die es nicht wissen, wer dann? Ich schicke per Email eine Anfrage und kriege umgehend eine Antwort von Elke Bartz mit ersten Informationen über das Arbeitgebermodell. Meine Schwester und ich beraten uns ausgiebig. In unserer Situation ist diese Art der Assistenz die einzige Möglichkeit, in unserer eigenen Wohnung leben und unseren Alltag selbst gestalten zu können. Gleichzeitig könnten wir unsere, schon etwas ältere Mutter, ganz aus der jahrelangen Belastung unserer Versorgung herauslösen.

Dezember 1998

Wir setzen uns wieder mit Elke Bartz in Verbindung, wir haben viele Fragen und sind auch unsicher, ob wir das alles schaffen können. Aber wir wissen inzwischen, dass das Arbeitgebermodell genau das ist, was wir wollen. Elke erklärt uns alles ausführlich und gibt uns viele Tipps, die uns weiterhelfen.

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