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Budget oder Spitzabrechnung?

Budget oder Spitzabrechnung, um diese Frage zu entscheiden, muss man die jeweiligen Vor- und Nachteile kennen.

Persönliches Budget

Vorteile:

  • Es wird im voraus am Anfang des Monats bezahlt
  • Die Auseinandersetzung mit dem Kostenträger findet im Vorfeld statt.
  • Wenn man es gut und passend verhandelt hat, kann man damit mehr oder weniger Monate in Frieden leben.
  • Man bekommt das Budget aus einer Hand.

Nachteile:

  • Viele Kostenträger bauen doppelte Strukturen aus Spitzabrechnung und Budget auf., In einem Beispiel aus unserer Beratungspraxis wurde ein einmonatiger Abrechnungszeitraum gefordert.
  • Durch die mehrmonatige Festlegung des Kostenträgers (auf bis zu zwei Jahren) wird oft ein erbitterter Streit über die Zusammensetzung und die Höhe des Budgets geführt. Nahezu jeder Kostenträger will uns klarmachen, dass unsere Ansprüche weit überzogen und dem Steuerzahler nicht vermittelbar sind. Dazu werden oftmals mehrere Verhandlungsrunden angesetzt, bei denen die Antragsteller*innen jeweils mehreren wechselnden Verhandlungs"partnern"  gegenübergestellt werden. Von Augenhöhe kann selten die Regel sein. Im Gegenteil, Antragsteller*innen werden sehr oft in die Zange genommen und unterschreiben unter diesem Druck ("dieses oder garnichts") unzureichende Budgets.
  • Am Ende der Laufzeit kann es nochmals schwierig werden, wenn das Budget abgerechnet werden muss. Die Verwendung des Budgets muss nachgewiesen werden. Oft mit allen Belegen. Denn es herrscht Misstrauen. Es wurden schon Briefe gesehen, in denen in einem ganzen Absatz dargelegt wurde, dass zwei Briefmarken einem falschen Monat innerhalb des Zeitraumes zugeordnet wurden.

Menschen mit Behinderung dienen als arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen. Am Beispiel des Persönlichen Budgets wird das besonders deutlich. Statt des angestrebten Vereinfachungseffektes wird der Aufwand nahezu verdoppelt, indem die Spitzabrechnung mit dem Budget kombiniert wird. 

Spitzabrechnung:

Vorteile:

  • Die monatlich entstehenden Kosten werden abgerechnet und mit einem Bescheid erstattet. Stimmt der, ist der Monat abgeschlossen.
  • Es gibt keine Befristungen.
  • Es bedarf keiner ständigen Gesprächsrunden, die oft als belastend empfunden werden. Gibt es strittige Bedarfe, so werden diese zeitnah geklärt und nicht wie beim Budget nach vielen Monaten.

Nachteile:

  • Es bedarf Abschlagszahlungen, damit die Vorauszahlung der Sozialversicherungsbeiträge abgebucht werden können. Abhilfe könnte ein Dauervorschuss in ausreichender Höhe darstellen. Aber das scheint bei den Kostenträgern als Todsünde zu gelten. Es würde ja den Druck auf die Antragsteller vermindern.
  • Die Löhne können erst gezahlt werden, wenn der Kostenträger erstattet hat. Das kann mitunter dauern, denn Sachbearbeiter haben stets zu solch ungünstigen Zeiten Urlaub oder werden krank.

Es gibt also  keine eindeutigen Vor- oder Nachteile, bestenfalls größere oder kleinere Kröten, die man zu schlucken hat. Der Autor dieser Zeilen hatte fast zwei Jahre lang ein Budget und es nicht mehr verlängert, da das Budget erst nach vielen Monaten abgeschlossen werden konnte. Seither geht es mit der monatlichen Spitzabrechnung, von andauernden rechtlichen Auseinandersetzungen abgesehen, die jedoch mit dieser Systematik nichts zu tun haben, problemlos weiter.

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