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Ableismus jenseits der Systeme Foto: Ralph Milewski / KI
Fladungen (kobinet)
Wenn das System wechselt und das Problem bleibt
Karsten Krampitz erzählt in seinem 2025 erschienenen Roman "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung" von einem ungewöhnlichen Ort in der DDR. Junge Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen wollen nicht dort leben, wo die gesellschaftliche Ordnung sie vorgesehen hat. Gemeinsam mit nichtbehinderten Unterstützern entsteht auf einem alten Pfarrhof im thüringischen Hartroda eine Kommune. Menschen mit Behinderung, Pfleger, Musiker, Aussteiger und andere Unangepasste leben dort miteinander und versuchen, ihre eigenen Vorstellungen von Freiheit und Abhängigkeit zu verwirklichen.
Zehn taktile Orientierungspläne bieten eine Übersicht über alle Zeiträume in der neuen Dauerausstellung Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch
Bonn (kobinet)
im Haus der Geschichte BONN ist die Vermittlung von Zeitgeschichte die Kernaufgabe des Hauses zur Geschichte. Um den Anforderungen an eine moderne, inklusive Bildungsarbeit gerecht zu werden, wurde für die Dauerausstellung "Du bist Teil der Geschichte, Deutschland seit 1945" das Angebot für Besucherinnen und Besucher mit unterschiedlichen Bedürfnissen gezielt weiterentwickelt. Neben der bereits vorhandenen Zugänglichkeit des Gebäudes für Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer sowie Menschen mit einer Gehbehinderung wurde die barrierefreie Informationsvermittlung stark ausgebaut.
Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen Foto: Gemeinfrei, public domain
DÜSSELDORF (kobinet)
Das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen hat am 4. September 2026 in Düsseldorf drei Förderprogramme im Umfang von insgesamt 286,6 Millionen Euro für den Zeitraum 2027 bis 2030 vorgestellt. Die Mittel sollen Menschen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und der eigenen Häuslichkeit besser vor zukünftigen Hitzewellen schützen. Anlass ist die Hitzewelle Ende Juni 2026, die laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts in NRW zu 3.150 hitzebedingten Sterbefällen führte.
Zeichnung mit Köchen und Kellnern mit Kochgeschirr in den Händen Foto: Pixabay/GraphicMama-team
GREIFSWALD (kobinet)
Anlässlich des World SCI Day ( Weltweiter Tag der Menschen mit Querschnittslähmung) am 5. September 2026 machen das Querschnittgelähmten-Zentrum der BDH-Klinik Greifswald und die Manfred-Sauer-Stiftung mit einer gemeinsamen Aktion auf die Lebensrealitäten von Menschen mit Querschnittslähmung aufmerksam. In Deutschland sind etwa 140.000 Menschen betroffen. Neben sichtbaren Aspekten wie der Rollstuhlnutzung gibt es unsichtbare Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Ernährung und des Darmmanagements.
Seinen 60. Geburtstag kann heute Martin Ladstätter feiern. Die kobinet-nachrichten gratulieren ihrem Mitglied des Redaktionsteams dazu ganz herzlich und schickt ihm die besten Grüße nach Wien. Er ist Gründungsmitglied und Obmann von BIZEPS – dem ersten österreichischen Zentrum für Selbstbestimmtes Leben – und Vizepräsident des Österreichischen Behindertenrates. Für den österreichischen Nachrichtendienst (BIZEPS) zeichnet er redaktionell verantwortlich. Zudem ist er Teil des Redaktionsteams der kobinet-nachrichten und seit April 2022 Mitglied im ORF-Publikumsrat. Er ist seit 2012 Mitglied des Menschenrechtsbeirates der Volksanwaltschaft sowie seit 2018 Mitglied der Wiener Monitoringstelle zur Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention. Von 2008 bis 2023 war er Mitglied des Bundes-Monitoringausschusses. Martin Ladstätter hat zudem den Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern im Jahr 2004 mitbegründet, war elf Jahre Vorstandsmitglied und unterstützte ihn 15 Jahre als Teil des Klagsausschusses. Heute kann er sich hoffentlich zurücklehnen und sich feiern lassen, denn das hat der seit Jahrzehnten behindertenbewegte Wiener mehr als verdient.
An diesem Wocvhenende richten sich viele Blicke nach Sachsen-Anhalt, wo am 6. September 2026 die Landtagswahl stattfindet. Während die AfD dort Umfragen zufolge große Gewinne verzeichnen dürfte und evtl. sogar eine absolute Mehrheit im Landtag gewinnen könnte, ist für die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) klar: "Die Alternative für Deutschland (AfD) ist KEINE Alternative für Menschen mit Behinderungen". So hat die Selbstvertretungsorganisation dies auf Facebook gepostet und auf ihrer Internetseite ausgeführt, warum die AfD für behinderte Menschen gefährlich ist. Die LIGA Selbstvertretung hat bereits einige Wochen vor der Wahl einen Aufruf unter dem Motto "Geht wählen! Wählt demokratisch und für eine inklusive Gesellschaft!" gestartet.