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Vertreter*innen des Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZsL) waren am 31. August 2026 mit mehreren Aktiven beim Bürgerdialog mit Bundesarbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas. Dabei hatten sie die Gelegenheit, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales direkt zur Zukunft der Eingliederungshilfe, zum Pooling von Leistungen sowie zum Erhalt des Wunsch- und Wahlrechts zu befragen. Besonders die Frage nach einem möglichen faktischen Zwang zum Pooling erhielt nach Informationen des ZsL Sachsen großen Beifall aus dem Publikum. Auch die grundsätzliche Frage, ob die Rechte aus dem Bundesteilhabegesetz und die notwendigen Leistungen für ein selbstbestimmtes Leben erhalten bleiben, konnten die Aktiven ansprechen. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten einen Bericht des ZsL Sachsen zur Begegnung mit Bärbel Bas und den angesprochenen Themen.
Sein erster Roman "Zündeln an den Strukturen" über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen hierzu wurde bereits über 2.200 mal in der bidok Volltextbibliothek heruntergeladen. Nun wurde dort auch der im Januar 2026 erschienene Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel "Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion" zum kostenfreien Download eingestellt. bidok ist eine Plattform für die Veröffentlichung, Vermittlung und Archivierung von Wissen zu Behinderung und Inklusion. Seit 1997 macht bidok wissenschaftliche und praxisorientierte Inhalte öffentlich, kostenlos und barrierefrei zugänglich und trägt dazu bei, Wissen langfristig zu sichern. Im Zentrum der Plattform steht die bidokbib, die barrierefreie digitale Bibliothek mit einer umfangreichen Sammlung von Texten und Materialien zu Behinderung und Inklusion. Sie dokumentiert Wissen unter anderem zu Bildung, Arbeit, Familie, Politik und Gesundheit. Alle Inhalte werden barrierefrei aufbereitet und stehen Open Access im PDF/UA-Format ("Universal Accessibility") zur Verfügung. Ottmar Miles-Paul freute sich darüber, dass nun auch sein zweiter Roman kostenfrei und barrierefrei zum Download in der bidok-Bibliothek heruntergeladen werden kann.
"Inklusion muss im Alltag erlebbar sein. Rheinland-Pfalz verfügt bereits über wichtige Instrumente für mehr Teilhabe, wie zum Beispiel das Persönliche Budget. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den vielen Engagierten und darauf die Perspektiven von Menschen mit ihren verschiedenen Behinderungen in die politischen Entscheidungen mit einzubringen." Dies teilte Katja Lüke bei ihrem Antrittsbesuch und ersten intensiven Austausch mit der rheinland-pfälzischen Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend, Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die künftigen Schwerpunkte der Arbeit der rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten, die am 1. September 2026 ihr neues Amt angetreten hat. Die weitere Stärkung von Teilhabe und Barrierefreiheit in Rheinland-Pfalz spielten ebenfalls eine wichtige Rolle im Gespräch mit der Ministerin.
Das Projekt Parteiencheck Behindertenpolitik 2026 vergleicht die Positionen von CDU/CSU, Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Volt Deutschland. "Für alle sechs Parteien wurden dieselben sieben Themen untersucht: Hilfsmittel, persönliche Assistenz und Eingliederungshilfe, Pflege und Fachkräfte, Kommunalfinanzierung, Barrierefreiheit und Gleichstellung, inklusive Bildung sowie Arbeit und Werkstätten. Der Vergleich unterscheidet zwischen der Qualität direkter Antworten, dem politischen Nachweisgrad und nachweisbarer Umsetzung oder Wirkung. Programme, parlamentarisches Handeln und Regierungshandeln werden entsprechend der jeweiligen Rolle einer Partei betrachtet. Die Quellen, die Bewertungslogik und die methodischen Grenzen sind öffentlich dokumentiert", heißt es u.a. in der Presseinformation des Projektes.
260903_Karl_Matthias_Schäfer_Verdienstkreuz Foto: Karl Matthias Schäfer
Dieburg / Wiesbaden (kobinet)
Karl Matthias Schäfer (59) aus Dieburg, Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen e. V. (BSBH), wurde am 19. August 2026 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Auszeichnung erfolgte in der Hessischen Staatskanzlei durch Manuela Strube, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Karl Matthias Schäfer, der selbst blind ist, engagiert sich bereits seit den 1990er-Jahren in herausragender Weise für Inklusion. Er gehörte unter anderem zu den Mitbegründern des Vereins Ambulante Hilfen im Alltag (AHA) e.V., vertrat als Referent die Belange von Studierenden mit Behinderung an der Universität Kassel und war im Vorstand des Vereins zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab e.V.) in Kassel aktiv. Besonders eng verbunden ist sein Name mit dem BSBH: Seit 1991 Mitglied der Organisation, übernahm er bereits von 2000 bis 2004 erstmals den Landesvorsitz und stellte dabei entscheidende Weichen für die Zukunft des Verbandes. Nach Jahren weiterer engagierter Arbeit übernahm er das Amt im vergangenen Jahr erneut.
Laut der vom DGB vorgestellten Zahlen des DGB liegt die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung bei bundesweit zwölf Prozent – damit ist sie im dritten Jahr in Folge gestiegen. Besonders betroffen ist dabei Nordrhein-Westfalen, wie der Präsidenten des VdK Nordrhein-Westfalen, Horst Vöge, mitteilte: "Fast jeder dritte arbeitslose schwerbehinderte Mensch kommt aus unserem Bundesland. Diese Personen drohen zu den Verlierern des Strukturwandels zu werden. Das dürfen wir nicht hinnehmen." Der VdK NRW fordert deshalb, Prävention und Rehabilitation zu stärken. Unterstützungsangebote müssen früher greifen, um Beschäftigungsverhältnisse zu sichern. Menschen mit Behinderung brauchen Schutz vor dem Herausfallen aus dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig müssen Arbeitgeber ihrer gesetzlichen Verantwortung zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen stärker gerecht werden. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, muss mit deutlicheren finanziellen Sanktionen rechnen.