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Zeichnung mit Personen, die nebeneinander arbeiten, lernen und demonstrieren Foto: Pixabay/OpenClipart-Vectors
BERLIN (kobinet)
Der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) hat einen neuen Vorstand für die kommende dreijährige Amtsperiode gewählt. Der Verband, der 28 Berufsförderungswerke mit rund 100 Standorten und etwa 12.000 Qualifizierungsplätzen vertritt, will damit Impulse für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation setzen. Als zentrale Handlungsfelder nennt der Vorstand den Ausbau der Zusammenarbeit mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die Stärkung von Qualitätssicherung und Angebotsentwicklung, die Unterstützung der Mitglieder bei strategischen Fragestellungen sowie die Intensivierung der politischen Arbeit. Zudem stehen die Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz für die berufliche Rehabilitation im Fokus. Der Verband hat bereits das vom Bundesarbeitsministerium geförderte Projekt "KI als unterstützende Lernassistenz in der beruflichen Rehabilitation" gestartet und führt das Projekt "KI-Kompass Inklusiv" fort. Der Vorstand diskutierte zudem die Vorschläge der Rentenkommission und fordert eine stärkere Berücksichtigung von Unterstützungsangeboten für Menschen, die länger im Erwerbsleben bleiben sollen. Mit Blick auf die steigende Nachfrage nach Leistungen der beruflichen Rehabilitation fordert der BV BFW eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Finanzierung.
Doppelzimmer Hotel „Wolke 4-7“ im kubic Foto: Lebenshilfe Erlangen
ERLANGEN (kobinet)
Im Erlanger kubic hat das Hotel "Wolke 4-7" auf den oberen Etagen eröffnet. Betrieben wird es gemeinsam mit dem bereits bestehenden Bistro "Patio" von der Inklusionsgesellschaft "Gast und Geber gGmbH", die die Lebenshilfe Erlangen e.V. für diesen Zweck gegründet hat. In diesem Haus arbeiten Menschen mit und ohne Beeinträchtigung partnerschaftlich zusammen. Das Hotel bietet 27 Zimmer, darunter Doppel- und Einzelzimmer, Familienzimmer sowie vier barrierefreie Zimmer. Diese sind klar und freundlich gestaltet, ruhig gelegen und bieten Rückzugsmöglichkeit sowie Schlafkomfort. Tina Kotz wünscht sich eine bunte Gästeschaft: "Alle sollen kommen und sich im Patio und im Hotel wohlfühlen, dann sind wir glücklich." Das Bistro "Patio" ist montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zum Bistro und Hotel gibt es unter www.hotel-wolke.de.
Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen Foto: Gemeinfrei, public domain
DÜSSELDORF (kobinet)
Mehr als vier Jahre nach der Ankündigung im Koalitionsvertrag wartet Nordrhein-Westfalen weiter auf einen Aktionsplan für inklusive Bildung. Obwohl das 9. Schulrechtsänderungsgesetz seit 2014 vorsieht, dass sonderpädagogische Förderung in der Regel an allgemeinen Schulen stattfindet, fehlt vielen Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen oder Förderbedarfen ein wohnortnaher inklusiver Schulplatz in angemessener Qualität. Die Landesregierung hat zwar einzelne Maßnahmen ergriffen, einen umfassenden Aktionsplan gibt es jedoch bisher nicht. Eltern und Selbsthilfeorganisationen haben nun selbst einen solchen Plan erarbeitet. Die "LAG SELBSTHILFE NRW" e.V., "Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen NRW" und der "mittendrin e.V." veröffentlichten mit Unterstützung des "Landesbehindertenrats NRW e.V." einen Aktionsplan inklusive Bildung. Dieser umfasst sechs Handlungsfelder: Ausbauplanung inklusiver Schulplätze, Ressourcensteuerung, Qualitätsentwicklung, Elternunterstützung, Bedarfsfeststellung sowie den Übergang von Schule in den Beruf.
Anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie am 15. September betont Tobias Schmidt, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW), die Bedeutung von Inklusion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Angesichts des Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt sei es notwendig, die Werte der Demokratie zu stärken und zu verteidigen, so Schmidt. Demokratie und Inklusion gehören zusammen, insbesondere mit Blick auf Menschen mit Behinderungen dürfe es keinen Rückbau bei der Inklusion geben. Inklusion sieht die BAG BBW nicht als freiwilliges gesellschaftliches Projekt, bei dem je nach politischer oder finanzieller Lage Abstriche gemacht werden könnten – sie sei ein Menschenrecht, erklärte Schmidt. Strukturen, die über viele Jahre aufgebaut wurden und Teilhabe ermöglichen, müssten erhalten und weiterentwickelt werden. Auch in den Berufsbildungswerken gehöre Teilhabe zum Alltag, so Schmidt. Berufsbildungswerke vermittelten jungen Menschen mit Behinderung nicht nur berufliche Kompetenzen, sondern gäben ihnen die Möglichkeit, ihre Interessen zu vertreten und bei Entscheidungen mitzubestimmen. Damit leisteten die Berufsbildungswerke einen Beitrag zu demokratischer Bildung und Teilhabe.
Landkarte Lage Niedersachsen in Deutschland Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland
Hannover (kobinet)
Zwischen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und den am 20. September 2026 anstehenden Wahlen der Landesparlamente in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin lieferte die Kommunalwahl in Niedersachsen vom 13. September einen weiteren wichtigen Stimmungstest. Und auch hier legte die AfD nach einer auf tagesschau.de veröffentlichten Hochrechnung zu, während die anderen Parteien, bis auf die LINKEN, Federn ließen. Der Hochrechnung zufolge kam die CDU mit -4,0 Prozent auf 27,7 Prozent der Stimmen. Die SPD verlor 5,5 Prozent und landete bei 24,5 Prozent, gefolgt von der AfD, die mit einem Zuwachs von 11,9 Prozent auf 16,5 Prozent kam. Die Grünen erzielten bei einem Minus von 2,3 Prozent der Stimmen 13,6 Prozent. Die LINKE erzielte einen Zuwachs von 3,1 Prozent und erreichte 5,0 Prozent, während die FDP 2,9 Prozent einbüßte und 3,6 Prozent der Wählerstimmen bekam.
Die steigende Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen hat die behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen zum Anlass für eine Frage im Bundestag an die Bundesregierung genutzt. Mit der Antwort und dem Handeln der Bundesreigerung ist die Grünen-Abgeordnete nicht zufrieden, wie ihr Statement zur Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese, zeigt. Corinna Rüffer erklärte: "Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit einer Schwerbehinderung ist etwa dreimal so stark gestiegen wie die allgemeine Arbeitslosenzahl. Das macht doch deutlich, dass - wenn der Arbeitsmarkt stottert - als erstes die Menschen mit Schwerbehinderung gefeuert werden. Die Antwort der Bundesregierung und ihr Verweis auf den besonderen Kündigungsschutz bei Schwerbehinderung nimmt dies schlicht nicht zur Kenntnis. Bei diesem Grad an Realitätsverweigerung braucht man natürlich auch nicht politisch tätig zu werden, aber die betroffenen Menschen kann das nur kopfschüttelnd zurücklassen."