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Logo des advd Foto: advd Berlin (kobinet) Der am 2. Juni 2026 veröffentlichte Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) dokumentiert einen neuen Höchststand an Beratungsanfragen. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit Jahren zu beobachten ist: Immer mehr Menschen wenden sich an die ADS, weil sie Diskriminierung erleben und Unterstützung suchen. Für den Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ist diese Entwicklung ein deutliches Signal: Der Bedarf an Beratung und wirksamem Diskriminierungsschutz wächst kontinuierlich, während die zuständigen Strukturen seit Jahren nicht ausreichend gestärkt werden. "Immer mehr Menschen suchen Unterstützung bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und den zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen. Gleichzeitig wachsen ihre Mittel nicht im gleichen Maße mit. Diese Schere geht zunehmend auf Kosten der Betroffenen und der Berater*innen," erklärte Eva Andrades, Geschäftsführerin des advd und forderte entsprechende Verbesserungen bei der anstehenden Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Grundgesetz Foto: omp Berlin (kobinet) Am 1. Juni hat der Pride-Monat, in dem queeres Leben, Bedarfe und politische Forderungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen, a_spec und weiteren queeren Menschen (LSBTIAQ*) sichtbarer werden, begonnen. Dazu erklärt Andre Lehmann aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt: "Für uns steht der Pride-Month dieses Jahr im Zeichen der längst überfälligen Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes. Bei den CSDs, die in den kommenden Wochen in ganz Deutschland stattfinden, haben wir die Gelegenheit, geschlossen diese Community-Forderung sichtbar zu machen. Gemeinsam mit queeren Organisationen vor Ort, auf Landes- und auf Bundesebene werden wir deutlich machen, dass wir uns nicht länger vertrösten lasssen. Ab jetzt können mit unserem Mailing-Tool alle aktiv werden und die Abgeordneten des eigenen Wahlkreises direkt auf unser Anliegen ansprechen."
Logo des DBSV Foto: DBSV Berlin (kobinet) Kochen ist ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags. Trotzdem ist es gerade für viele ältere Menschen auf einmal mit dem Kochen vorbei – weil sie einen Sehverlust erfahren. Andere, die von Geburt an sehbehindert sind, fangen gar nicht erst mit dem Kochen an, weil es ihnen von wohlmeinenden Familienangehörigen abgenommen wird. Viele sehbehinderte und vor allem viele sehende Menschen können sich offenbar nicht vorstellen, Kochen mit einer Sehbehinderung funktioniert. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und seine Mitgliedsorganisationen machen deshalb anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni 2026 mit Aktionen in ganz Deutschland darauf aufmerksam, dass Kochen sehr wohl auch mit einer Seheinschränkung möglich ist.
Logo des Vereins Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) Foto: bezev Essen (kobinet) "Wie können Nichtregierungsorganisationen Inklusion systematisch in ihrer Auslandsarbeit verankern?" Dieser Frage widmet sich das Online-Seminar "Wie können NGOs ihre Auslandsarbeit inklusiver gestalten?", das am 2. Juli 2026 von 14:00 bis 16:30 Uhr online stattfindet. Angesichts globaler Entwicklungen, die Menschenrechte, Diversität und Inklusion zunehmend unter Druck setzen, sind Menschen mit Behinderungen besonders betroffen. Mit der Amman-Berlin-Declaration und den Ergebnissen des Global Disability Summit 2025 wurden internationale politische Verpflichtungen zur Förderung von Inklusion bekräftigt, heißt es in der Ankündigung der Online-Veranstaltung, die vom Verein Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt wird.
Flagge Bundesland Baden-Württenberg Foto: Gemeinfrei, public domain Stuttgart (kobinet) Das niederschwellige Förderprogramm "Inklusionstaler" soll mit einem Fördervolumen von 160.000 Euro in Baden-Württemberg landesweit die Teilhabe und das Empowerment von Menschen mit Behinderungen auf lokaler Ebene stärken. Dies gab Sozialminister Oliver Hildenbrand in Stuttgart bekannt. "Mit dem neuen Förderprogramm für Mikroprojekte möchten wir Menschen unterstützen, die sich vor Ort mit viel Engagement für mehr Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen einsetzen. Ich freue mich sehr, dass wir damit konkrete Ideen und Projekte stärken können, die Inklusion im Alltag erlebbar machen", so Hildenbrand.
Ferda Ataman Foto: Sarah Eick Berlin (kobinet) Im Jahr 2025 haben sich mehr von Diskriminierung betroffene Menschen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt als je zuvor. Die Zahl der Beratungsanfragen stieg auf 13.067 Fälle, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am häufigsten waren mit 43 Prozent Anfragen zu rassistischer Diskriminierung (4.571). Der Anteil der Benachteiligungen wegen einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit lag bei 27 Prozent und lag mit 3.015 Anfragen erstmals über 3.000. Diskriminierungen wegen des Geschlechts machten mit 2.407 Fällen etwa 22 Prozent der Anfragen aus. Die Anteile der übrigen Diskriminierungsmerkmale verteilen sich wie folgt: Altersdiskriminierung 12 Prozent, Religion und Weltanschauung rund 7 Prozent, sexuelle Identität rund 4 Prozent. Das sind die zentralen Ergebnisse des Jahresberichts 2025, den die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, heute am 2. Juni 2026 vorgestellt hat.