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Die derzeit vor dem Arbeitsgericht Münster verhandelte Klage von Jürgen Linnemann, der in der Werkstatt für behinderte Menschen gerade einmal knapp 200 Euro im Monat verdient, macht derzeit Schlagzeilen. Sie wirft den Blick auf die miserable Bezahlung behinderter Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen weit unter dem Mindestlohn arbeiten. Das ist nach Ansicht von Ottmar Miles-Paul auch gut so. Doch für den Behindertenrechtler und Romanautor ist der Kampf für den Mindestlohn in Werkstätten nur eine Seite der Medaille. Für ihn muss es vielmehr auch darum gehen, wie die Aussonderung in Sonderwelten wie Werksätten, Wohnheimen und Förderschulen zugunsten inklusiver Angebote überwunden werden kann. Und vor allem auch darum, ob das Geld zur Unterstützung behinderter Menschen weiterhin in die Angebote der Sonderwelten oder in inklusive Wohn- und Lebensformen fließt. Im August 2023 hat er dazu den Roman "Zündeln an den Strukturen" über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu veröffentlicht. Trotz der vergangenen drei Jahre ist der Roman seiner Ansicht nach aufgrund der Tatsache, dass zwischenzeitlich trotz der Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention so gut wie nichts zur Verbesserung der Situation passiert ist, so aktuell wie eh und je. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac sprach mit Ottmar Miles-Paul über seine Einschätzung der derzeitigen Debatte und die Entwicklung der letzten Jahre.
"Gerade in der kalten Jahreszeit treten Atemwegsinfektionen besonders häufig auf. Grippe- und Coronaviren, RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) und Pneumokokken-Bakterien verbreiten sich besonders leicht und schnell. Gerade für Risikogruppen, wie ältere Menschen, chronisch Kranke und Bewohnende von Senioreneinrichtungen empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit entsprechende Schutzimpfungen. Denn gerade bei diesen Personen können schwere und teilweise lebensbedrohliche Krankheitsverläufe auftreten mit teilweise langfristigen Komplikationen. Impfungen bieten dagegen einen guten Schutz." Darauf weist Henry Spradau in seinem Bericht für die kobinet-nachrichten hin.
Seit dem 20. Oktober 2026 diskutieren Expertinnen und Experten in einer dreiwöchigen Online-Diskussion der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg über Herausforderungen für die Berufswegeplanung bei inklusiver Beschulung. Anlass ist die Beobachtung, dass im Regelschulsystem noch Reserven bestehen, um Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen den Berufseinstieg außerhalb einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zu ermöglichen.
Die Diskussion wird im Forum Fragen – Meinungen – Antworten (FMA)geführt und ist Teil des Projekts "Mit Vielfalt zum inklusiven Arbeitsmarkt – Aufgaben für das Reha- und Teilhaberecht" (VinkA), das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird.
Die NeuroDem-Gruppe im Austausch über Ländergrenzen hinweg. Foto: STIMMULI FOR SOCIAL CHANGE/Emma Avtzi
Erfurt (kobinet)
Europäisches Erasmus+-Projekt NeuroDem bringt Forschungsergebnisse in die Praxis
Warum sind neurodivergente junge Menschen in demokratischen Prozessen bislang kaum vertreten, und was muss getan werden, damit sich das ändert? Diesen Fragen geht das Erasmus+-Jugendprojekt NeuroDem nach. Es will neurodivergente junge Menschen befähigen, als Wegbereiter:innen für inklusive demokratische Interessenvertretung und Innovation zu wirken. Ausschlaggebend für eine eher geringe Beteiligung sind Systeme und Räume, die nicht partizipativ betrachtet werden. Die jungen Menschen zeigen großes Interesse an demokratischer Mitwirkung, sehen sich aber schnell mit Teilhabebarrieren konfrontiert.
"Die 12 – rbb Bürgerrat: Inklusion in Berlin und Brandenburg gescheitert?" So lautet der Titel einer Sendung, die der rbb heute am 20. Oktober 2026 ab 20:15 Uhr ausstrahlt. "Inklusion, also Teilhabe von Menschen mit Behinderung, ist gesetzlich verankert und gesellschaftlich gewollt. Doch für viele Menschen mit Behinderung sieht die Realität anders aus: fehlende Barrierefreiheit, Hürden in Schule und Beruf und häufig mangelnde Unterstützung im Alltag. Zwölf Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Behinderung diskutieren über Chancen, Defizite und die Frage: Ist Inklusion in Berlin und Brandenburg auf dem richtigen Weg oder gescheitert?" heißt es in der Ankündigung der Sendung des rbb Fernsehen. Im Vorfeld der heutigen Sendung hat rbb24 mit Dr. Sigrid Arnade von der LIGA Selbstvertretung über die schulische Inklusion gesprochen. Dabei machte die Behindertenrechtlerin klar: "Es muss eine Schule für alle geben."
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat eine Studie zu den besonderen Bedarfen von Menschen mit Autismus-Spektrum, Prader-Willi-Syndrom, Angelman-Syndrom sowie Taubblindheit veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt bestehende Barrieren auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe ab. Die Studie zeigt Bedarfe auf und leitet daraus Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Teilhabe und Unterstützung der betroffenen Menschen ab und ist unter diesem Link nachzulesen. Die Ergebnisse sollen in die Erarbeitung des Aktionsplans 3.0 der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einfließen.