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Der Sozialverband VdK lehnt die von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann geplante Kürzung der Kinderkrankentage ab. VdK-Präsidentin Verena Bentele warnt, die Maßnahme treffe insbesondere Frauen, die bereits rund 73 Prozent der Kinderkrankentage übernehmen. Eine Einschränkung dieser Möglichkeit führe zu einer ungleichen Belastung, da Frauen häufiger unbezahlten Urlaub für die Kinderbetreuung nehmen müssten und damit auf Einkommen und finanzielle Sicherheit verzichteten. Für berufstätige Alleinerziehende sei die Kürzung um zehn Tage ein besonders schwerer Schlag, da sie die Betreuung allein organisieren und gleichzeitig ihren Arbeitsplatz sichern müssten, so Bentele. Dies stehe im Widerspruch zum Ziel, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen, möglicherweise sogar in Vollzeit. "Wer mehr Erwerbsarbeit von Frauen fordert, darf nicht gleichzeitig an der Absicherung unbezahlter Sorgearbeit sparen", betonte die VdK-Präsidentin. Zudem drohe die Bundesregierung, Einsparungen zu Lasten von Familien und insbesondere auf dem Rücken von Frauen vorzunehmen, wie bei anderen Kürzungsvorhaben auch.
Logo des BeB Foto: Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
BERLIN (kobinet)
Anlässlich des bundesweiten Aktionstags "Sozialstaat gemeinsam retten" am 26. September 2026 unterstützt der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e. V. (BeB) die Forderungen des Bündnisses für Bürokratieabbau im Sozialbereich. Der BeB ist Teil des Bündnisses, das sich gegen Kürzungen sozialer Leistungen und für den Abbau bürokratischer Hürden einsetzt. Angesichts der Diskussionen über Einsparungen im Sozialbereich betont der BeB, dass diese nicht zulasten von Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen sowie den Einrichtungen gehen dürfen. "Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen brauchen verlässliche Hilfen und verlässliche Angebote. Notwendige Leistungen infrage zu stellen oder einseitige Vorgaben der Leistungsträger zuzulassen, verstößt gegen grundlegende demokratische und sozialrechtliche Prinzipien", sagt Dr. Christian Geyer, Vorsitzender des BeB. Statt Leistungen zu kürzen oder kirchenrechtliche Löhne nicht mehr anzuerkennen, sieht der Verband erhebliche Potenziale im Abbau unnötiger Bürokratie. Komplexe Verwaltungsverfahren, unterschiedliche Anforderungen von Kostenträgern, umfangreiche Dokumentationspflichten und fehlende digitale Standards binden wertvolle Zeit und Ressourcen. Diese fehlen dann bei der Unterstützung der Menschen, so der BeB.
Am 10. Oktober 2026 findet auf dem Tempelhofer Feld in Berlin der 11. SoVD-Inklusionslauf statt. Im Mittelpunkt stehen diesmal Familien und Angehörige von Menschen mit Behinderungen. Das Motto lautet "Zusammen stark – Die unsichtbaren Helden". Der Sozialverband Deutschland (SoVD) verweist darauf, dass Eltern, Geschwister und Partner*innen täglich besondere Leistungen erbringen, etwa bei der Organisation von Arztterminen, Hilfsmitteln oder der Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung. SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier betont: "Ihr seid die Treiber echter Inklusion." Schirmherr der Veranstaltung ist Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Er erklärt: "Dieser Lauf zeigt, dass Inklusion ein gemeinsames Projekt ist – für Familien, für Angehörige, für gleichberechtigte Teilhabe." Botschafterin ist die mehrfache Weltmeisterin und Paralympics-Siegerin im Para-Schwimmen, Elena Semechin. Als fast blinde Mutter sagt sie: "Inklusion betrifft nicht nur einzelne Personen, sondern auch ihr Umfeld." Alle Informationen und die Anmeldung sind unter www.inklusionslauf.deabrufbar.
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Foto: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) KöR
MÜNSTER (kobinet)
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentieren sich noch bis zum 26. September 2026 auf der REHACARE in Düsseldorf. Am gemeinsamen Messestand in Halle 1, Stand D49, stehen Fachleute aus verschiedenen Bereichen für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung. Seit über 40 Jahren sind die beiden Landschaftsverbände als "Team Inklusion" auf der Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Integration und Pflege vertreten. Am Messestand wird Inklusion auch praktisch erlebbar: Das inklusive Café "Wo ist Tom?" aus Köln versorgt die Besucherinnen und Besucher mit Getränken und Snacks und zeigt gleichzeitig, dass Inklusion im Arbeitsleben umsetzbar ist.
Logo Aktion Mensch e. V. Foto: Aktion Mensch e. V.
BONN (kobinet)
Die aktuellen Debatten über Einsparungen im Sozialbereich verunsichern Menschen mit Behinderung, Familien und pflegende Angehörige. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Unterstützungsangebote ungenutzt, wie eine Studie der Aktion Mensch zeigt. Der Grund: Viele Betroffene kennen die Leistungen nicht oder scheuen den bürokratischen Aufwand bei der Beantragung. Dabei hilft der barrierefreie Familienratgeber der Aktion Mensch. Er bietet Informationen zu staatlichen Hilfsangeboten in Einfacher und teils Leichter Sprache und deckt Themen wie Schule, Beruf, Freizeit, Barrierefreiheit, Rechte, Wohnen, Beratung sowie Kranken- und Pflegeversicherung ab.
Seit Jahren wird darum gerungen, wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) weiterentwickelt werden kann. Hierfür hat die Bundesregierung mittlerweile einen u.a. vom Bündnis AGG Reform Jetzt kritisierten Gesetzentwurf vorgelegt, der bereits in Erster Lesung vor der Sommerpause im Bundestag debattiert wurde. Die vom Rechtsausschuss des Bundestages mittlerweile angesetzte Anhörung zur Änderung des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) findet am 5. Oktober 2026 von 11.30 bis 13.30 Uhr in öffentlicher Sitzung im Paul-Löbe-Haus des Bundestages im Sitzungssaal 2.600 in Berlin statt. Die Anmeldung zur Anhörung ist bis zum 1. Oktober 2026 möglich, wie es in der Ankündigung heißt. Ob diese live im Internet übertragen wird, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor.